Rekordproduktion bei den Bananen sorgt für Probleme


Foto: canary islands

2016 wurden 16 Millionen Kilo Bananen entsorgt, um die Preise zu halten

Kanarische Inseln – Die Zeitung El País berichtete dieser Tage über die besorgniserregende Situation der kanarischen Bananenbauern. Demnach wurde 2016 zwar eine Bananenproduktion in Rekordhöhe von 434 Millionen Kilo erreicht, und im vergangenen Jahr soll dieses Ergebnis noch einmal überschritten worden sein, doch gibt es keinen Markt, der die kanarischen Bananen abnimmt. Im Jahr 2016 gingen 99,8% der ausgeführten Bananen auf das Festland; im Ausland wurden nur in Marokko, der Schweiz und Großbritannien „plátanos canarios“ angeboten. Gerade die fehlende Ausweitung auf andere auslän­-

­dische Märkte werfen viele Bauern der Vereinigung der kanarischen Bananenproduzenten (Asprocan) vor. Denn infolge der Überproduktion und der fehlenden Abnahme wurden allein 2016 mehr als 16 Millionen Kilo Bananen den Lebensmittelbanken übergeben, zur Tierfütterung verwendet oder landeten auf dem Müll, um die Preise zu sichern. Denn neben dem fehlenden Markt hat die kanarische Banane auch noch zunehmend gegen die amerikanische und die afrikanische Banane anzukämpfen, die nur gering bzw. gar nicht mit Zöllen belegt sind. Zudem sorgen sich die Bauern aufgrund des Austritts des Beitragszahlers Großbritannien um die Subventionen der EU, ohne die der kanarische Bananen-Anbau nicht haltbar wäre.

Asaga-Präsidentin Ángela Delgado rief die Bauern zur Zusammenarbeit auf, um Kosten zu senken, und plädierte für den Einstieg in andere Märkte sowie für die Bewerbung der plátano canario bei den Urlaubern.

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