Regionalregierung nimmt die Schließung des Inselstraßenringes in Angriff


Derzeit endet der Schnellstraßenring im Süden Teneriffas vor Santiago del Teide. Foto: NOTICIA

Vorrangig ist jedoch zu klären, wo das beim Tunnelbau anfallende Gestein gelagert werden soll

Teneriffa – Das kanarische Bauressort hat erste Schritte unternommen, um den Inselstraßenring zu schließen. Der Bau eines der letzten Teilstücke zwischen El Tanque und Santiago del Teide wurde mit 305 Millionen Euro veranschlagt.

Dieser Tage gab Ressortleiter José Luis Delgado bekannt, man habe das Projekt den Forderungen des Umweltamtes angepasst und warte nur noch auf die entsprechende Zustimmung, um das Vergabeverfahren einzuleiten.

Laut Delgado wolle die Region 22 Millionen Euro für die Schließung des Inselstraßenringes zur Verfügung stellen. Das reiche aus, um die erforderlichen Enteignungen bei El Tanque vorzunehmen und bereits im kommenden Jahr mit den Bauarbeiten zu beginnen.

Inselpräsident Carlos Alonso bezeichnete diese Summe jedoch als „unzureichend“.

Der Regionalregierung der Kanaren schwebt vor, dass der Staat im Rahmen des noch nicht unterzeichneten Straßenbauabkommens in Zukunft jährlich zwischen 20 und 30 Millionen Euro überweisen werde, um das Mammutvorhaben bis 2021 abzuschließen.

Die erste Phase, die im kommenden Jahr mit regionalen Mitteln aufgenommen werden soll, umfasst das Stück zwischen El Tanque und dem geplanten Eingang zum Erjos-Tunnel, der bis nach Santiago del Teide führen soll.

Kurz nachdem Delgado über die baldige Aufnahme der Arbeiten an diesem Teilstück informiert hatte, musste der Chef des Bauressorts ein neues Hindernis auf dem Weg zur Genehmigung des Umweltamtes eingestehen.

Beim Bau des Erjos-Tunnels – mit einer Länge von 6,5 Kilometern zukünftig der längste Spaniens – werden geschätzte 3,5 Millionen Kubikmeter Gestein anfallen. Ursprünglich war vorgesehen, dieses Material zur Auffüllung eines ehemaligen Steinbruches in Santiago del Teide zu verwenden, doch hat sich herausgestellt, dass dieser allenfalls 0,5 Millionen Kubikmeter fassen könnte. Zwar hat das Cabildo vorgeschlagen, mit dem Material die alten Steinbrüche aufzufüllen, welche die Landschaft in Güímar verschandeln, doch wurde diese Option seitens des Bauressorts wegen der Auswirkungen auf den Verkehr und die Umwelt ausgeschlossen. Nach den Angaben von Delgado sucht man nun erneut nach einem Steinbruch in Santiago, der diese enorme Menge an Gestein aufnehmen kann.

Zum ebenfalls noch ausstehenden Teilstück zwischen San Juan de la Rambla und Icod de los Vinos erklärte Delgado, derzeit mit der Gemeinde von San Juan de la Rambla über den Bau dieses mit 18,5 Millionen Euro veranschlagten Projektes zu verhandeln.

Um den Inselstraßenring endgültig zu schließen, müsste zudem noch das Stück zwischen San Juan de la Rambla und Los Realejos angelegt werden.




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