Protest gegen Tierquälerei


Tierschützer demonstrierten in Santa Cruz. „Wir verdienen Liebe, Fürsorge und Respekt – Nein zu Hundekämpfen“ – steht auf den Shirts der Vierbeiner rechts. Foto: Gunda Frese

Tierschützer versichern, dass weiterhin Hundekämpfe stattfinden

Teneriffa – Tierschutzvereine und Tierfreunde fanden sich am 10. März vor dem Parlament in Santa Cruz de Tenerife ein, um gegen Hundekämpfe und jede andere Art der Tierquälerei und Gewalt gegen Tiere zu demonstrieren. Die Protestaktion ist eine Reaktion auf die, wenige Tage zuvor, aufgedeckten Hundekämpfe, die in der Gemeinde Güímar im Süden der Insel stattfanden. Im Zuge der Polizeiaktion wurden allein auf Teneriffa zehn Personen festgenommen und mehrere Dutzend Hunde beschlagnahmt. Spanienweit wurden bei diesem erfolgreichen Schlag gegen Tierquälerei insgesamt 34 Personen verhaftet (das Wochenblatt berichtete).

Dennoch bedauern die Tierschützer, dass weiter Hundekämpfe veranstaltet werden. Yahaira Tovar, Vorsitzende des Tierschutzvereins Adepac (Asociación de Defensa y Protectora de Animales de Canarias) versicherte, dass über soziale Netzwerke Spektakel dieser Art bereits wieder beworben werden. Sie forderte ein stärkeres Engagement der Politiker für dieses Problem.

Das Tierheim von Adepac hat die meisten der 58 bei der Polizeiaktion geretteten Hunde aufgenommen. In einem TV-Interview im Sender Mírame Tele­visión teilte Tovar mit, dass ihr Verband weder für die Verpflegung dieser Hunde, noch für die tierärztliche Behandlung eine Hilfe von öffentlicher Seite erhalten habe. Keine Behörde habe bislang auch nur einen Cent beigesteuert, sagte sie. Dafür sei der Verein mit Futterspenden von Privatleuten regelrecht überhäuft worden. Für diese große Anteilnahme vieler anonymer Personen wolle sie sich bedanken. Dennoch fehle es weiter an finanziellen Mitteln für die Versorgung der Hunde, weshalb jede Spende auf das Konto des Tierschutzvereins willkommen sei.

Bei der Protestaktion vor dem Parlament in Santa Cruz de Tenerife wurden von den Teilnehmern Kerzen in Erinnerung an die bei den Kämpfen getöteten Hunde aufgestellt. Vertreter von Tierschutzvereinen forderten härtere Strafen für Tierquäler und die Verschärfung des Tierschutzgesetzes der Kanarischen Inseln, das seit 25 Jahren nicht überarbeitet wurde.

Amanda Luis, Parteimitglied der Tierschutzpartei Partido Animalista contra el Maltrato Animal (Pacma), ergriff das Wort und forderte die Schaffung eines regionalen Ressorts für Tierschutz sowie ein öffentliches Tierheim für jede Insel und mehr Mittel für Kastrationskampagnen von Streunern. Andere Teilnehmer der Veranstaltung hielten Schilder hoch, auf denen stand: „Hundekämpfe sind verboten. Zeige die Verantwortlichen an! Dein Hund könnte für dieses Geschäft gestohlen werden“.

Das unvermittelte Auftauchen von Güímars Bürgermeisterin Carmen Luisa Castro bei der Protestaktion löste bei einigen Teilnehmern Ärger aus. Die Bürgermeisterin, die sich mit einem Transparent mit der Aufschrift „Güímar, ein Ort der Nein zu Tierquälerei sagt“ zeigte, wurde beschuldigt, gewusst zu haben, dass in ihrer Gemeinde Hundekämpfe stattfinden. Dies sei ein offenes Geheimnis gewesen, schimpften einige Teilnehmer der Protestaktion. Die Bürgermeisterin weist diese Anschuldigungen energisch zurück.

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