Präsident Zapatero urlaubt auf Lanzarote


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Schon 2005 und 2007 verbrachte er dort seine Ferien

Wie schon in früheren Jahren macht Präsident Zapatero mit seiner Frau Sonsoles Espinosa und seinen beiden Töchtern Alba und Laura Urlaub auf Lanzarote. Wie es heißt, will er bis zum 24. August in La Mareta bleiben, dem Awesen, das König Hussein von Jordanien seinerzeit dem spanischen Königshaus schenkte.

Ansonsten kommen sehr wenige Einzelheiten über den Aufenthalt des Präsidenten an die Öffentlichkeit.

Die beiden Anschläge, die ETA in Burgos und auf Mallorca verübte – zum ersten Mal haben die Terroristen auch auf einer Insel Bomben gelegt – führten zu einer Verschärfung der Sicherheitsvorkehrungen, vor allem in der unmittelbaren Umgebung von La Mareta.

Am 2. August war der Präsident mit seiner Familie an Bord einer Falcon 900 der spanischen Luftwaffe von der Basis Torrejón de Ardoz bei Madrid kommend auf dem Flughafen Guacimeta von Lanzarote gelandet. Selbst die Ankunftszeit war aus Sicherheitsgründen geheimgehalten worden.

Schon bei seiner Ankunft wurde er mit einer Hiobsbotschaft konfrontiert: dem verheerenden Waldbrand auf La Palma. Er ließ sich auf die Insel fliegen, um sich vor Ort ein Bild von dem Ausmaß der Katastrophe zu machen und den Betroffenen schnelle staatliche Hilfe zu versprechen.

Treffen mit den PSOE-Baronen

Eine der wenigen Gelegenheiten, bei der sich Zapatero in der Öffentlichkeit zeigte, war ein Treffen mit den führenden Sozialisten der Kanaren bei denen es mehrere Strömungen gibt. Der Sektor, der hinter Jerónimo Saavedra, derzeitiger Bürgermeister von Las Palmas und ehemaliger kanarischer Regierungspräsident steht, hat in letzter Zeit eine Offensive gegen Juan Fernando López Aguilar eingeleitet. Der soll klarstellen, ob er auch bei den Regionalwahlen, die 2011 stattfinden, wieder kandidieren wird. Er ist Generalsekretär der kanarischen Sozialisten und war bei den vergangenen Europawahlen der sozialistische Spitzenkandidat. Jetzt ist er die meiste Zeit in Brüssel und Straßburg und Saavedra verlangt von López Aguilar immer wieder eine Entscheidung ob er sich für die Europapolitik oder die Region einsetzen wird. Ob Präsident Rodríguez Zapatero, der als sein enger Freund und Vertrauter gilt, in dieser Frage Klarheit schaffen konnte, ist nicht an die Öffentlichkeit gedrungen.

Auf einer vorangegangenen Pressekonferenz hatte der Präsident angekündigt, dass am 9. Oktober die Sitzung seines Kabinetts auf den Kanarischen Inseln stattfinden wird. Bei dieser Gelegenheit werde eine integrierte Strategie von Maßnahmen festgelegt, die der Wirtschaft der Kanaren langfristig eine neue Richtung weisen soll.

Zu diesem Zweck werde eine Kommission gebildet, in der verschiedene Ministerien mitarbeiten und die von Manuel Chaves, dem Minister für Territorialpolitik geleitet wird. Es soll der Dialog mit kanarischen Institutionen und Gesellschaften aufgenommen werden um gemeinsame Schritte einzuleiten. Die integrierte Strategie wird aus einem Paket von mittelfristigen und langfris­tigen Maßnahmen bestehen. So will man der Tatsache gerecht werden, dass die kanarische Region unter einer besonders schweren wirtschaftlichen Rezession leidet, hervorgerufen durch ihre Abhängigkeit vom Tourismus und der Bauwirtschaft. Er erinnerte daran, dass die Zahl der Arbeitslosen eine besorgniserregende Höhe erreicht hat und sich die Regierung daher entschlossen hat, spezielle politische Aktionen einzuleiten.

Spanisch-afrikanisches Gipfeltreffen

Der Präsident nahm diese Pressekonferenz zum Anlass um bekanntzugeben, dass in der zweiten Jahreshälfte 2010 ein westafrikanisches Gipfeltreffen auf den Kanarischen Inseln stattfinden wird, und zwar im Rahmen der EU-Präsidentschaft, die Spanien dann innehat. Das sei eine große Chance für den Archipel, sich als Brücke zum afrikanischen Kontinent zu profilieren. Während dieser Zeit werde er sich darum bemühen, dass die Europäische Union die Bedeutung der Kanaren erkennt. „2010 muss das Jahr werden, in dem der Archipel die Projektion und seinen Start als europäische Region weltweit hat“ sagte er.

Königliche Residenz La Mareta

Ende der siebziger Jahre ließ König Hussein von Jordanien sich diese Residenz an der Küste von Teguise erbauen und konnte den berühmten Sohn der Insel Lanzarote, Cesar Manrique, als Architekten gewinnen. Der König liebte die Insel und war öfter Gast im Hotel Las Salinas. Doch hat er niemals in dem herrlichen Anwesen gewohnt, lediglich sein Sohn verbrachte dort seine Flitterwochen. Ende der achtziger Jahre schenkte er es dem spanischen Königshaus welches La Mareta dem Staatsvermögen zuführte. Immer wieder hat die königliche Familie dort Urlaub gemacht wie beispielsweise 1993 nach dem Tod des Conde von Barcelona, dem Vater von König Juan Carlos und im Januar 2000 als die Mutter des Königs, Maria de las Mercedes, während der gemeinsamen Weihnachtsferien dort verstarb. Zuletzt haben 2005 Prinz Felipe und Prinzessin Letizia mit ihrem Töchterchen Leonor dort Weihnachtsurlaub gemacht.

Doch auch zahlreiche andere prominente Gäste haben dort gewohnt. Der erste war Helmut Kohl, während des spanisch-deutschen Gipfels 1992. Im gleichen Jahr machten Michail Gorbatschow und seine Frau Raisa dort Urlaub. Es folgten Gerhard Schröder, der tschechische Präsident Václav Havel, José Maria Aznar, sein Vizepräsident Rodrigo Rato, der Präsident von Kasachstan, Nusurtan Nazabayew und andere.




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