Polizist ging bei Enter-Manöver über Bord

Die „Odyssey 227“ in Begleitung des Zoll-Beibootes Foto: efe

Die „Odyssey 227“ in Begleitung des Zoll-Beibootes Foto: efe

Auf einem Fischkutter wurden 15 Tonnen Haschisch beschlagnahmt

Kanarische Inseln – Die Küstenwache der Guardia Civil hat 16 Seemeilen vor der Küste von Fuerteventura den Fischkutter „Odyssey 227“ aufgebracht, der unter mongolischer Flagge fährt. An Bord befanden sich 15 Tonnen Haschisch, die mutmaßlich zuvor an der Küste Marokkos aufgenommen wurden.
Der Kutter hatte die neue Atlantikroute eingeschlagen, die seit dem vergangenen Jahr verstärkt befahren wird, um dem polizeilichen Ermittlungsdruck im Mittelmeer auszuweichen.
Bei dem Zugriff, der im Morgengrauen stattfand, kam es zu einem gefährlichen Zwischenfall, als der Einsatzleiter bei Dunkelheit, hohem Seegang und Windstärke 4 ins Meer stürzte. Er konnte jedoch nach zwölf Minuten wieder an Bord geholt werden. Der Besatzung des Beibootes gelang es, den über Bord gegangenen Kollegen trotz der widrigen Sichtverhältnisse auszumachen. Der Helikopter, der vorsichtshalber verständigt worden war, kam nicht zum Einsatz.
Auf der Marinebasis in Las Palmas de Gran Canaria angekommen, machte die verhaftete Besatzung das sogenannte „habeas corpus“, eine illegale Verhaftung, geltend, weshalb die Fracht zunächst nicht entladen werden konnte, weil die gerichtliche Entscheidung über den Antrag abzuwarten war.
Die „Odyssey 227“, ein Schiff von 39 Metern Länge, stand schon seit einigen Monaten unter der Beobachtung der Maritimen Nachrichtendienste der Kanaren und Galiciens. Vor einigen Tagen wurde nun entschieden, das Schiff zu entern, um dem Verdacht, es widme sich dem Drogenhandel, nachzugehen. Der Zugriff wurde von dem Zoll-Patrouillenboot „Sacre“ aus durchgeführt.
Die Besatzung des Fischkutters, ein Kapitän italienischer Nationalität und drei senegalesische Mannschaftsmitglieder, leistete keinen Widerstand.
Die Enterung von Drogentransportschiffen bedeutet einen neuen Schritt im Kampf gegen den Drogenhandel. Im Verlauf der letzten zwölf Monate wurden zwölf Aktionen dieser Art durchgeführt, sieben davon in kanarischen Gewässern.

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