Plastik ist der häufigste Müll an den Stränden


Eine Schülerin untersucht Proben unter dem Mikroskop. Foto: Loro parque

Fast 500 Schüler untersuchten den Sand von 28 Stränden

Teneriffa – Die Loro Parque Stiftung hat Ende Juni das Ergebnis der gemeinsam mit fast 500 Schülern der Kanarischen Inseln durchgeführten Studie „Der Sand unserer Strände“ bekannt gegeben. Demnach wurde an 60% der für die Studie untersuchten Strände Mikroplastik gefunden. Diese Plastikpartikel, die kleiner als fünf Millimeter sind, waren an einigen Stränden so zahlreich, dass die Belastung 500 Partikel pro Quadratmeter betrug.

Für die Studie, die als bildendes Umweltprojekt von der Loro Parque Stiftung in Zusammenarbeit mit zwölf Schulen auf Teneriffa, Gran Canaria, Fuerteventura und La Gomera durchgeführt wurde, fanden Untersuchungen an 28 Stränden statt. Die 492 Schülerinnen und Schüler im Alter von 12 bis 18 Jahren, die in das Projekt eingebunden waren, unternahmen Ausflüge zu diesen Stränden, wo sie Sandproben sammelten und später im Labor untersuchten und die gefundenen Plastikpartikel und -teile katalogisierten.

Auch die Schülerinnen und Schüler der Klassen 7 und 8 der Deutschen Schule Santa Cruz de Tenerife nahmen an dem Projekt teil. Sie untersuchten die Strände La Nea und El Porís.

Loro Parque Fundación fasst in dem Abschlussbericht zu „Der Sand unserer Strände“ zusammen, dass an den 28 untersuchten Stränden mehr als 4.400 Plastikgegenstände gefunden und entnommen wurden. 60% des Abfalls an den Stränden waren Plastik, gefolgt von anderen Sorten Müll wie Sonnenblumenkernen, Holzkohle und Zigarettenkippen. Des Weiteren wurde im Zuge der Studie festgestellt, das nur 10% des Plastikmülls an den Stränden von Aktivitäten stammt, die mit dem Meer im Zusammenhang stehen (Fischernetze, Bojen etc.) Die übrigen 90% kommen von Land und werden wohl durch die Strömungen an den Inselstränden verteilt.

Die Strände, an denen eine besonders hohe Belastung mit Mikroplastik festgestellt wurde, hatten alle gemeinsam, dass sie starken Strömungen ausgesetzt sind und in Richtung Nord-Nordost lagen. Dies, so die Experten der Loro Parque Stiftung, lasse vermuten, dass der meiste Müll schon lange auf dem Ozean treibt und möglicherweise von anderen Orten der Erde bis zu den Inseln getrieben und an die Strände gespült wird.

Zigarettenkippen im Sand: Giftiger Abfall

Die Schüler fanden bei der Studie heraus, dass neben Kunststoffresten auch jede Menge Zigarettenstummel die Strände verschmutzen. Diese von Rauchern achtlos in den Sand gesteckten Kippen sind nicht nur eine Verschmutzung, die von den Reinigungskräften der Strände nicht entfernt werden kann, sondern darüber hinaus giftiger Abfall. Sie enthalten toxische Chemikalien ebenso wie Plastik in Form von Celluloseacetat, das mehr als zehn Jahre braucht, um sich zu zersetzen.

Bilden und Sensibilisieren

Mit dem Projekt „Der Sand unserer Strände“ wurde nicht nur die Problematik des Plastikmülls an der Küste mit aktuellen Daten beleuchtet, sondern auch die Neugier der Jugendlichen für Forschungsthemen und Wissenschaft geweckt. Dadurch, dass sie aktiv einbezogen wurden, sollte nicht nur ihr Umweltbewusstsein gestärkt, sondern auch ihr Interesse für die Forschungsarbeit geweckt werden.

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