Plan für mehr Sicherheit im Tourismus


Innenminister Juan Ignacio Zoido (r.) und Tourismusminister Álvaro Nadal stellten den Plan für mehr Sicherheit im Tourismus vor. Foto: EFE

Mehr Polizisten, neue Anlaufstellen, ausländische Beamte und ein neuer Kommunikationsweg

Kanarische Inseln – Im Juli und August werden doppelt so viele Polizisten und Guardia Civil-Beamte in den kanarischen Urlaubsgebieten patrouillieren wie im vorigen Sommer. In ganz Spanien wird das Innenministerium 2.639 Beamte zusätzlich in den Urlaubshochburgen einsetzen – im vergangenen Sommer waren es 1.227. Die Polizisten werden in Madrid, Galicien, Asturien, Kantabrien, Valencia, Andalusien, auf den Balearen und auf den Kanaren zum Einsatz kommen. Dies teilten Spaniens Innenminister Juan Ignacio Zoido und Tourismus­minister Álvaro Nadal bei einer Pressekonferenz in Las Palmas mit, auf der sie auch die anderen Maßnahmen des Nationalen Planes für mehr Sicherheit im Tourismus vorstellten.

Dazu gehört die Einrichtung von Anlaufstellen für ausländische Touristen (Oficina de Atención al Turista Extranjero, SATE) auf Gran Canaria, Fuerteventura und Lanzarote. Diese in den Dienstgebäuden der Lokalpolizei untergebrachten Büros wurden im vergangenen Jahr zum ersten Mal auf dem Festland eingerichtet. Am 7. Juni wurde die erste SATE auf den Kanarischen Inseln in Santiago del Teide eingeweiht. Die Angestellten der SATEs stehen den ausländischen Touristen in ihrer Muttersprache zur Verfügung und helfen bei der Erstattung von Anzeigen, bei der Abwicklung der Formalitäten mit den Botschaften oder Konsulaten, bei der Kontaktaufnahme mit Familienangehörigen oder beispielsweise im Falle eines Diebstahls bei der Sperrung von Kreditkarten.

Bei der Einweihung der Anlaufstelle für ausländische Touristen im Gebäude der Lokalpolizei von Santiago del Teide, waren José Antonio Nieto, Staatssekretär für Sicherheit, und Bürgermeister Emilio Navarro anwesend. Hier werden ab Oktober ein Beamter der Guardia Civil und mehrere Übersetzer den ausländischen Touristen zur Verfügung stehen. Nieto erklärte, eine hilfreiche Unterstützung in einer problematischen Lage würde bei den Urlaubern für ein gutes Image des Urlaubszieles sorgen. Bürgermeister Navarro gab bekannt, der Dienst werde ab Oktober und zunächst bis März angeboten, und zwar von montags bis freitags zwischen 12.00 und 18.00 Uhr, weil laut den Statistiken in diesem Zeitraum die meisten Anzeigen bei der Lokalpolizei eingereicht werden. Der neue Dienst richte sich an die Residenten und alle Ausländer, die in der Gemeinde nächtigen oder diese besuchen würden.   

In dem Maßnahmenplan für mehr Sicherheit im Tourismus ist des Weiteren vorgesehen, die Präsenz von ausländischen Polizisten auf den Kanaren zu verstärken. Laut Innenminister Zoido würden in Morro Jable und Corralejo auf Fuerteventura schon erfolgreich die entsprechenden Abkommen mit der italienischen und der deutschen Polizei umgesetzt. Auf Gran Canaria würden holländische und im Süden Teneriffas französische Beamte die Guardia Civil-Beamten auf ihrer Streife begleiten. Die ausländischen Beamten seien unbewaffnet, ihre Aufgabe bestehe darin, die Ortspolizisten bei ihren Rundgängen durch die Urlaubsgebiete zu begleiten und im Umgang mit den ausländischen Touristen zu unterstützen. Bei der Nationalpolizei würde es ebenfalls entsprechende Abkommen, beispielsweise mit Rumänien und Italien, geben.

Der Innenminister kündigte eine neue Version der App Alertcops an. Dabei handelt es sich um eine Smartphone-App, die insbesondere Fremdsprachigen, Gehörlosen oder Blinden im Falle eines Deliktes, bei dem die Person selbst Opfer oder Zeuge ist, die Kommunikation mit den Sicherheitskräften per Telefon, Chat und Geo-Lokalisierung erleichtern soll.

Beide Minister erklärten übereinstimmend, dass Spanien immer sicherer sei und dass gerade auf den Kanarischen Inseln die Zahl der Beamten von Guardia Civil und Nationalpolizei über dem Durchschnitt liege. Tourismusminister Álvaro Nadal wies darauf hin, dass im Rahmen einer Umfrage unter Urlaubern die Sicherheit als der zweite Grund für ihre Entscheidung zu einem Spanien-Urlaub angegeben worden sei.    




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