Phil Collins bei „Sphärenkonzert“ auf La Palma?


© IAC

„Großmusiker“ Jean Michel Jarre wurde die Konzertplanung anvertraut

Der Direktor des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC), Francisco Sánchez, hat in einem Interview mit dem Radiosender Cadena Ser erwähnt, dass Phil Collins bei dem geplanten Konzert „La Música de las Estrellas“ auftreten könnte, das anlässlich der feierlichen Einweihung des Großteleskops Grantecan (Gran Telescopio de Canarias) dieses Jahr auf La Palma stattfinden soll.

Obwohl das Grantecan schon im Juli 2007 sein erstes Licht erblickte und dies mit einer Zeremonie gefeiert wurde, der als Ehrengast der spanische Kronprinz beiwohnte, befindet sich das riesige Teleskop immer noch im Probebetrieb. Wenn dieser einmal abgeschlossen ist, soll – voraussichtlich im Juli dieses Jahres, das passenderweise das „Internationale Jahr der Astronomie“ ist – die offizielle Einweihung gefeiert werden. Queen-Gitarrist Brian May arbeitet zusammen mit dem französischen Komponisten Jean Michel Jarre an dem Konzertprojekt zu diesem Anlass.

Im Sommer letzten Jahres besuchten May und Jarre auf Einladung des IAC-Astrophysikers und Initiatoren des musikalischen Projektes Garik Israelian die Sternwarten auf Teneriffa und La Palma, um sich die nötige Inspiration zu holen und Einzelheiten zu besprechen.

Das musikalische Event soll nach dem Wunsch von Israelian Musik und Astronomie im Sinne der „Sphärenharmonie“ oder „Sphärenmusik“ – die Vorstellung, nach der bei der Bewegung der Himmelskörper Töne entstehen – verbinden.

Jean Michel Jarre hat das Projekt mit Enthusiasmus in Angriff genommen und versichert: „Música de las Estrellas wird nicht nur eine Show sein, sondern viel mehr. Es ist un-sere Absicht, das Event der ganzen Welt zugänglich zu machen – sei es live, über TV oder Internet.“

Dass sich La Palma angesichts des namhaften künstlerischen Leiters des Konzerts Hoffnung auf ein spektakuläres Event macht, ist verständlich. 2004 schrieb der Spiegel anlässlich des Jean Michel Jarre-Konzerts auf dem Platz des Himmlischen Friedens in Peking: „Jean Michel Jarre gilt als Maestro des Synthesizer-Pops mit Hang zum Großspektakel. 1999 beschallte er die Pyramiden von Gizeh, 2001 gingen Jarre-Klänge auf die Akropolis nieder.

1.300.000 Zuschauer verfolgten 1986 in Houston, Texas, Jean Michel Jarres Licht-, Laser- und Sound-Spektakel zu Ehren der verunglückten Challenger-Astronauten, 800.000 Menschen wohnten im selben Jahr seinem Konzert zu Ehren des Papstbesuchs in Lyon bei. Das Gedenkkonzert für den Meeresforscher Jacques-Yves Cousteau in der französischen Hauptstadt Paris schaffte es sogar ins Guinness-Buch der Weltrekorde: Zwei Millionen Zuschauer waren am 14. Juli 1990 im Pariser Wolkenkratzerviertel La Défense dabei.“ Wie viele Zuschauer das nun auf La Palma geplante „galaktische Konzert“ live miterleben werden, und ob Phil Collins tatsächlich mit dabei sein wird, wurde noch nicht verraten. Wir dürfen uns aber auf ein mit Sicherheit grandioses Spektakel freuen, denn Jarre arbeitet mit Begeisterung an diesem Auftrag: „Das Projekt von Dr. Garik Israelian, der Astrophysik über die akustische Astronomie näher zu kommen berührt mich als Künstler stark. Ich muss sagen, dass dieses Konzept und eine mit dem Weltall zusammenhängende Show das Projekt meines Lebens ist. Meine Musik wurde schon oft mit dem Himmelsraum assoziiert“, sagte er.

Auch Brian May versicherte: „Wir werden etwas Neues und Differenziertes kreieren“. Der Queen-Gitarrist und Song­writer, Komponist so bekannter Lieder wie „We Will Rock You“ oder „Who Wants to Live Forever“ beschloss vor einigen Jahren, sein Studium der Astrophysik fortzuführen. Im Herbst 2006 kehrte Brian May zurück an das Imperial College, um seine Doktorarbeit in Astrophysik zu beenden. Im August 2007 reichte er die Arbeit mit dem Titel „Radial Velocities in the Zodiacal Dust Cloud“ („Radialgeschwindigkeiten im interplanetaren Staub“) am Imperial College London ein.




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