Orca Morgan ist trächtig


Foto: EFE

Loro Parque sieht darin erneut den Beweis für das Wohlbefinden der in seiner Obhut lebenden Schwertwale

Teneriffa – Orca Morgan sorgt erneut für Schlagzeilen. Ausnahmsweise einmal nicht, weil Aktivisten zum zigsten Mal ihre Freilassung fordern, obwohl längst bekannt ist, dass der taube Schwertwal in der freien Wildbahn keine Chance hätte, sondern weil die Schwertwal-Dame ganz im Gegenteil bewiesen hat, dass sie sich in der Obhut des Loro Parque ausgezeichnet fühlt, so gut, dass sie tatsächlich Nachwuchs bekommt.

Der Loro Parque hat Anfang Dezember offiziell bestätigt, dass die elfjährige Morgan, die seit sechs Jahren in der Orca-Familie des Tierparks in Puerto de la Cruz lebt, trächtig ist.

Morgan hat sich sehr gut in die Schwertwalgruppe des Loro Parque eingegliedert, zu der die aus Seaworld (USA) eingeflogenen Orca-Männchen Tekoa und Keto sowie die Weibchen Skyla und Kohana und der im Loro Parque 2010 geborene Adán (Sohn von Kohana) gehören.

„Die Diagnose wurde nach einer routinemäßigen medizinischen Ultraschalluntersuchung des Uterus gestellt. Die Schwangerschaft konnte erst vor vier Wochen bestätigt werden“, schrieb der Loro Parque.

Die Tragezeit bei Schwertwalen beträgt zwischen 12 und 18 Monaten. Experten werden sich in der kommenden Zeit besonders intensiv der Überwachung von Morgans Gesundheit widmen.

Wie Morgan nach Teneriffa kam

Das junge Schwertwalweibchen Morgan war am 23. Juni 2010 vor der westfriesischen Insel Ameland (Niederlande) völlig ausgehungert und geschwächt gefunden und gerettet worden. Von der Mutter fehlte jede Spur. Nach einer Entscheidung der niederländischen Verwaltung wurde sie in den Loro Parque überführt, um sie dort in den Anlagen von Orca Ocean zu halten. Heute wiegt Morgan über 1.400 kg und frisst mehr als 30 Kilo Fisch am Tag.

Sie hat sich gut in die Orcafamilie des Loro Parque integriert und eine Verbindung zu jedem der Tiere aufgebaut. Ihr Fall ist eine von vielen Rettungsaktionen und Aufnahmen von Tieren, die der Loro Parque und seine Stiftung in enger Zusammenarbeit mit verschiedenen Ländern sowie Vereinigungen, die ihre Hilfe anbieten, durchführen. Die Loro Parque Stiftung trägt so direkt zum Schutz und zur Erhaltung bedrohter Arten auf der ganzen Welt bei.

Die Schwangerschaft von Orca Morgan überrascht insofern nicht, als die Direktion des Loro Parque immer versichert hat, das natürliche Verhalten der Tiere zu unterstützen. Auch als SeaWorld 2016 überraschend ankündigte, das Orca-Zuchtprogramm einzustellen, hielt der Loro Parque Abstand zu dieser Entscheidung. In einer Mitteilung hieß es damals unter anderem, „die Fortpflanzung ist ein angeborenes Recht aller Tiere, und deswegen ist deren Gewährleistung eine der Hauptverpflichtungen der zoologischen Gärten. Deshalb sind wir der Meinung, dass eine permanente Einstellung der Zucht für Wildtiere unter menschlicher Obhut ein Akt ist, der sich gegen den natürlichen Fortpflanzungstrieb und das Wohlbefinden der Tiere richtet.“ Und auch bei der Bekanntgabe der Schwangerschaft von Morgan ließ Loro Parque keinen Zweifel an dieser Einstellung und fügte hinzu: „Außerdem ist die Zucht von Tierarten in zoologischen Gärten eines der Ziele der Europäischen Zoorichtlinie und des Spanischen Zoo-Gesetzes.“

Die fünf Grundsätze des Loro Parque lauten: 1. Mit Liebe und Respekt für die Tiere sorgen. 2. Den Tieren die sogenannten „fünf Freiheiten“ nach dem Animal Welfare Council gewährleisten (Freiheit von Hunger und Durst, von Unbehagen, von Schmerz oder Krankheit, von Furcht und Qual, sowie die Freiheit, natürliches Verhalten auszuleben). 3. Die Tiere sind Botschafter ihrer Art. 4. Loro Parque unterstützt die Forschung zum Schutz bedrohter Arten. 5. Loro Parque bietet allen Wildtieren Aufnahme, die Hilfe benötigen.

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