Operation Rostlaube


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Zollschiff Petrel I fängt in kapverdischen Gewässern 486 Kilo Kokain ab

Das Überwachungsschiff „Petrel I“ der Sondereinsatzgruppe der Finanzbehörde hat 1.600 Meilen südlich der Kanaren einen schrottreifen, 16 Meter langen umgebauten Fischkutter abgefangen und 26 Ballen mit insgesamt 486 Kilo Kokain beschlagnahmt.

Die Fahnder hatten Wind davon bekommen, dass von Surinam aus ein Schiff Richtung Afrika aufgebrochen war. Da man vermutete, dass die Schmuggler die Droge irgendwo auf hoher See umladen wollten, startete die „Petrel I“ von Las Palmas aus. Nach über einer Woche stieß sie auf das Schiff. Sie stellte es schließlich, mit Genehmigung der surinamischen Behörden, in einer nächtlichen Aktion, um den Überraschungseffekt zu nutzen und die Aktion möglichst gewaltfrei ablaufen zu lassen. Die Männer, drei Ghanaer, zwei Brasilianer und ein Südafrikaner wurden festgenommen und das Kokain beschlagnahmt.

Das Schiff, die „Miss Emaila“, wurde in den Hafen von Las Palmas de Gran Canaria eskortiert. Der erbärmliche Zustand, in dem sich der ehemalige Fischtrawler befand, inspirierte die Beamten dazu, den Einsatz „Operation Blech“ zu nennen.

Auf einer Pressekonferenz erklärte der stellvertretende Direktor der Sondereinsatzkräfte der Finanzbehörde, die letzten Operationen hätten gezeigt, dass der Kokaintransport per Schiff via der Atlantikrouten von Südamerika über die Kapverden und Afrika bzw. über die Kanaren nach Europa wieder aufleben würde.

Ursprünglich war die Route über die Azoren der bevorzugte Transportweg für Kokain aus Südamerika. Nachdem diese verstärkt kontrolliert wurde, wich man auf die afrikanische Route aus. Um der dortigen verstärkten Kontrolle auszuweichen, verlegte sich der Drogenhandel darauf, das Kokain in Waren-Containern versteckt zu transportieren und gab den Transport mit kleineren Schiffen auf. Die jüngsten Ereignisse zeigen nun eine Rückkehr zu diesem Transportverfahren. Die Schiffe fahren ohne Ladung aus ihrem Heimathafen ab und nehmen die Drogen erst in internationalen Gewässern von anderen Booten aus an Bord und geben sie an anderer Stelle der Route, ebenfalls in internationalen Gewässern, wieder weiter.

Die Zollüberwachung hat im Verlauf dieses Jahres bereits zehn Tonnen Kokain aus Schmuggellieferungen mit Ziel Spanien beschlagnahmt. Fast die Hälfte davon in den drei Interventionen der „Petrel I“. Außer der „Operation Blech“ am 23. September hatte  sie am 17. Juli einen Segler mit 500 Kilo Kokain an Bord und Ziel Las Palmas de Gran Canaria aufgebracht und am 15. März ein Schiff südwestlich der Kapverden mit zwei Tonnen Kokain, 200.000 Dollar und einem wichtigen venezolanischen Drogenboss an Bord. Alle wurden auf die Kanaren verbracht.




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