Oleg Naydenov verliert weiter Öl


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Bisher ist es nicht gelungen, das Wrack vollständig zu versiegeln

Aus dem in 2.710 m Tiefe liegenden Wrack des im April 24 km südöstlich von Gran Canaria gesunkenen Fischtrawler Oleg Naydenov tritt weiterhin Öl aus.

Flugzeuge der spanischen Seenotrettung entdecken immer wieder neue Ölflecken an der Stelle, wo das ausgebrannte russische Schiff gesunken ist, und nun zum ersten Mal auch nahe der Südostküste Teneriffas. Zur Bekämpfung dieses Flecks wurde das Rettungsschiff Guardamar Talía eingesetzt, das die schwimmende Öllache mit seinen Schiffsschrauben verteilte. Diese Technik wird eingesetzt, wenn Seegang und Wetterbedingungen es nicht erlauben, einen Ölteppich mit schwimmenden Barrieren zu begrenzen und abzusaugen.  

Während schon an mehreren Stränden Gran Canarias Reste des Treibstoffgemischs aus Schweröl und Dieselkraftstoff (IFO) angeschwemmt wurden, von dem die Oleg Naydenov 1.400 Tonnen in ihren Tanks hatte (das Wochenblatt berichtete), blieb Teneriffa bisher verschont. 

Die Luft- und Seeeinsatzkräfte, welchen die Beobachtung, Reinigung und Versiegelung des Wracks obliegt, arbeiten im Süden und Südwesten von Gran Canaria an der Schadensbegrenzung. Das Spezialschiff „Fugro Saltire“ bemüht sich mit Hilfe der beiden Tauchroboter weiterhin, die Lecks im Rumpf der Oleg Naydenov zu versiegeln. Das Schiff Miguel de Cervantes kreuzt in dem Gebiet, wo der Fischtrawler gesunken ist, um Öl von der Wasseroberfläche abzusaugen oder zu verquirlen. Das Rot-Kreuz-Schiff Escila überprüft die Strände zwischen Güi-Güi und Arguineguín und Hubschrauber des Rettungsdienstes GES beobachten die Küste. Auch vom Satelliten EMSA aus wird das betroffene Gebiet auf Spuren von Ölverschmutzung untersucht. 

An den beiden Stränden Pasito Bea und Montaña Arena arbeiten Reinigungstrupps aus professionellen Einsatzkräften und Freiwilligen daran, die Küste von Ölklumpen zu befreien. Weitere ölverschmierte Tiere wurden jedoch nicht entdeckt. In der Wildtierauffang­station Tafira (Centro de Recuperación de Fauna de Tafira) werden zurzeit noch zwei Schildkröten und drei Sturmtaucher behandelt. Die Schildkröten haben sich gut erholt und sollen bald freigelassen werden.




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