Ohne das REF wäre das Leben fast doppelt so teuer


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Das autonome Finanzsystem läuft 2014 aus – Verhandlungen über eine Verlängerung bis 2020 laufen bereits

Derzeit stehen die Kanarischen Inseln in Verhandlung mit der Zentralregierung in Madrid und mit der Europäischen Union, um das Autonome Finanzsystem der Kanaren (Régimen Económico y Fiscal de Canarias, REF) bis 2020 zu verlängern.

Anlass genug für das Wirtschaftsressort, die Bedeutung des REF für das alltägliche Leben auf den Inseln unter die Lupe zu nehmen.

Die Wirtschaftsexperten kamen zu dem Schluss, dass bei einer Abschaffung der im Rahmen des REF vergebenen Subventionen und Steuervergünstigungen die Lebenshaltungskosten um 25% bis 40% steigen würden. Das Finanzsystem sei „fundamental“, um die Lebensqualität auf den Kanaren zu erhalten, denn ohne die Gelder würden sich beispielsweise Strom, Wasser und Transport erheblich verteuern, hieß es aus dem Wirtschaftsressort.

Eines der wichtigsten Instrumente ist der Reservefonds für Investitionen (Reserva para Inversiones de Canarias, RIC). Aus diesem Topf werden die hohen Vergünstigungen auf die Unternehmenssteuer finanziert, die investitionswilligen kanarischen Firmen zugute kommen. Zwar hat Madrid des Öfteren die Vergünstigung kritisiert, doch nach den Berechnungen des Wirtschaftsressorts handelt es sich um ein äußerst erfolgreiches Instrument, denn außerhalb der Krisenzeiten übertrifft die private Investitionssumme in der Regel das durch den Staat in die Reserve eingeflossene Geld.

Den Bürgern kommen vor allem die Subventionen für die Stromerzeugung, die Wasserversorgung und den öffentlichen Transport zugute. Auf den Kanarischen Inseln ist die Erzeugung von Energie weitaus teurer als auf dem Festland, doch das REF sorgt für die Preiseinheit. Auch die Wasserversorgung ist aufgrund der Inselcharakteristik um einiges aufwendiger – und teurer –, beruht sie doch auf Entsalzung bzw. Wiederaufbereitung, belastet jedoch die Canarios nicht mehr als die Festlandsspanier. Auch der 50%ige Residentenrabatt, der den Einwohnern und Residenten zugute kommt und für viele das Reisen zwischen den Inseln und zum Festland erst ermöglicht, wird mit dem REF finanziert. Ein weiterer Posten steht für die Erneuerung der Transportflotten bereit. Auch der Transport von Lebensmitteln und Waren wird subventioniert; ohne das REF würden die Preise in den Supermärkten und Geschäften erheblich höher liegen. Auch Telekommunikationsanbieter werden unterstützt, damit Telefongespräche zum Festland nicht teurer als dort ausfallen.

Auf den Kanarischen Inseln steigt nun die Hoffnung, dass sowohl die Zentralregierung in Madrid, welche den Fonds mit finanziellen Mitteln ausstattet, als auch die EU, die über einen gerechten Wettbewerb wacht, der Verlängerung des Régimen Económico y Fiscal de Canarias bis 2020 zustimmen.




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