Offensive gegen Feuchttücher


Bürgermeister Lope Afonso(r.) und Emilio Fernández (M.) demonstrieren, wie Toilettenpapier sich auflöst und Feuchttücher nicht. Fotos: Ayuntamiento Puerto de la Cruz

In Puertos Kläranlage und Pumpwerk kommt es immer häufiger zu Verstopfungen

Teneriffa – Der übermäßige Ver­brauch von Feuchttüchern, die achtlos in die Toilette geworfen werden, führt immer häufiger zu Problemen in der Kläranlage von Puerto de la Cruz.

Um das Problem zu verdeutlichen und den Bürgern vor Augen zu führen, weshalb sie die Entsorgung von feuchtem Toilettenpapier über das WC vermeiden sollten, trafen sich Bürgermeister Lope Afonso und der Leiter des Wasserversorgungsunternehmens Aqualia, Emilio Fernández, an der Pumpstation der Kläranlage bei Playa Jardín zu einem Experiment.

In zwei mit Wasser befüllte Gläser legten sie jeweils ein Feuchttuch und ein Stück Toilettenpapier. Nach kurzem Umrühren wurde deutlich, wie sich der Zellstoff des Toilettenpapiers auflöst, während das Feuchttuch intakt blieb, obwohl vom Hersteller auf der Verpackung angegeben ist, dass die Toilettentücher „spülbar“ und folglich auflösbar sind.

Die Menge an Feuchttüchern, die zusammen mit anderen Hygieneartikeln, die nicht in die Toilette gehören, über das städtische Kanalisationsnetz entsorgt werden, führt immer häufiger zu Verstopfungen bis hin zu Blockaden der Pumpen. Der Vlies der Tücher bildet Klumpen, die zusammen mit anderem Müll die Kanalisation verstopfen. Die Reparaturarbeiten verursachen Kosten, die vermeidbar wären, und zulasten von technischen Verbesserungen des Abwassernetzes gehen.

Diese Klumpen verstopfen die Kanalisation. Fotos: Ayuntamiento Puerto de la Cruz

Wie sich das Problem zuspitzen kann, zeigt das Beispiel von London, wo im vergangenen Herbst ein geschätzt 130 Tonnen schwerer Klumpen aus Fettresten, Feuchttüchern, Tam­pons und Windeln für Schlagzeilen sorgte, der einen Abwasserkanal blockierte und wie ein Betonpfropfen festsaß. Auch in Deutschland ist der gestiegene Verbrauch von feuchtem Toilettenpapier zu einem Problem für die Kanalisation geworden.

Sowohl Bürgermeister Afon­so als auch Emilio Fernández von Aqualia richteten sich mit der Bitte an die Bevölkerung von Puerto de la Cruz, die Entsorgung von feuchtem Toilettenpapier, Feuchttüchern, Damenbinden und Wattestäbchen über die Toilette unbedingt zu vermeiden.




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