Ökosteuer könnte eine Alternative sein


© EFE

Greenpeace-Kampagnenleiter für Spanien lehnt Tourismusmodell „Sonne und Strand“ für die Kanaren ab

In einer von Greenpeace in Spanien veröffentlichten Studie über umweltfreundliche Energie belegen die Kanarischen Inseln einen der hintersten Plätze. Die Raffinerie von Santa Cruz, der weit verbreitete Gebrauch von Pestiziden und das geringe Interesse an der Wiederverwertung sind für den Geologen Julio Barea, Greenpeace-Kam- pagnenleiter für Spanien, unverständlich.

Im Gespräch mit der Tageszeitung „El Día“ äußert er sich sehr kritisch zur hiesigen Umweltpolitik.

Nach Ansicht von Julio Barea ist die Artenvielfalt der Kanaren durchaus mit der Biodiversität der Galapagosinseln zu vergleichen. Weshalb sich, seiner Meinung nach, auch die Umwelt- und Fremdenverkehrspolitik ein Beispiel an dieser Inselgruppe im Pazifik nehmen sollte, wo beispielsweise die Besucherzahl begrenzt ist.

Mit den eingeschränkten Wasser- und Energiereserven können die Kanaren mit ihren Rekordzahlen im Tourismus nicht mehr lange überleben, gibt Barea zu bedenken. Die Zahl der Touristen durch das Tourismusmodell „Sonne und Strand“ hoch zu halten und dabei auf Qualität zu verzichten, hält er für einen Fehler. Diese Art von Tourismus verschlinge Ressourcen.

Die angedachte Einführung einer Ökosteuer hält Barea für einen guten Ansatz, sofern die Einnahmen durch die Steuer in die nachhaltige Entwicklung der Inseln investiert wird.

Ihm sei klar, dass das heutige Tourismusmodell der Kanarischen Inseln nicht über Nacht geändert werden könne, aber er sei der Ansicht, dass Projekte wie das geplante Hotel am La Tejita-Strand unbedingt verhindert werden sollten, und auch andere Gebäude an den kanarischen Küsten abgerissen werden müssten, um so die ursprünglichen Landschaften und Ökosysteme zurückzugewinnen.

Besonders wichtig erscheint Julio Barea eine umfassende Änderung des kanarischen Energiemodells. Als Beispiel dafür, dass die sauberen Energien möglich sind, erwähnt er das weltweit einzigartige Windwasserkraftwerk auf El Hierro.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.