Öffentlicher Bau erreicht Stand von vor 10 Jahren


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2018 wurden Aufträge für über eine Milliarde Euro vergeben

Kanarische Inseln – Seitdem die Wirtschaft wieder wächst. erholt sich auch der Öffentliche Bau. Im vergangenen Jahr vergaben die Verwaltungen – Staat, Region, Cabildos und Gemeinden – auf den Kanaren Bauaufträge für 1,012 Milliarden Euro. Zuletzt war die Summe von einer Milliarde Euro im Jahr 2008 überschritten worden.

Der Dachverband der großen Baukonzerne, Seopan, hat die Daten der öffentlichen Bauaufträge des vergangenen Jahres bekannt gegeben. Aus der Studie geht hervor, dass der relative Anstieg auf den Kanaren am stärksten war. So wurden Aufträge im Wert von 1,011 Milliarden Euro vergeben, was einem Anstieg von 74% im Vergleich zum Vorjahr (580,7 Millionen Euro) entspricht. Seopan hat das Auftragsvolumen nach Staat und Gemeinden noch nicht bekannt gegeben, dieses wird erst in einigen Monaten veröffentlicht, aber sehr wohl das der Regionalverwaltung. Demnach vergab die Kanarenregierung im vergangenen Jahr Bauaufträge im Wert von 314 Millionen Euro – mehr als das Dreifache des Vorjahres. Das entspricht einem Anstieg von 239%, dem höchsten unter allen Regionalverwaltungen. Nach Gesamtwert der öffentlichen Aufträge nahm die Kanarenregierung im landesweiten Vergleich den fünften Platz ein, nur übertroffen von Andalusien (699,5 Millionen Euro), Madrid (662,8 Millionen Euro), Katalonien (407 Millionen Euro) und Galicien (336,8 Millionen Euro).

Im landesweiten Vergleich des Auftragsvolumens aller Verwaltungsebenen (Staat, Region, Inselverwaltungen, Gemeinden) von 2017 belegten die Kanarischen Inseln den sechsten Platz. Die Spitze des Rankings nahm Andalusien mit öffentlichen Bauaufträgen im Gesamtwert von 2,486 Milliarden Euro ein, gefolgt von Katalonien (2,333 Milliarden Euro), Madrid (2,241 Milliarden Euro), Valencia (1,4 Milliarden Euro) und dem Baskenland (1,201 Milliarden Euro).

Während der Krise waren die Beträge für öffentliche Bauvorhaben auf den Kanarischen Inseln eingebrochen. Im Jahr 2008 belief sich deren Wert noch auf 1,210 Milliarden Euro. Im schlechtesten Jahr, im Jahr 2012, lag das Auftragsvolumen nur bei 189,13 Millionen Euro.

Die Wirtschaftskrise, die insbesondere den Bausektor traf, verlief in ganz Spanien ähnlich. Landesweit wurden im Jahr 2008 öffentliche Bauaufträge für 39,811 Milliarden Euro, im Jahr 2012 für nur 7,442 Milliarden Euro vergeben.

Gute Aussichten

Es werde weiter bergauf gehen, verhieß Regionalpräsident Fernando Clavijo bei einem vom Dachverband der Bauunternehmer in der Provinz Santa Cruz de Tenerife (Fepeco) organisierten Event. Laut Clavijo habe das Ressort für Öffentlichen Bau 15 neue Kräfte eingestellt, um die Verfahrenszeit zu verkürzen. Den Wert der aktuellen Straßenbauprojekte bezifferte er auf 500 Millionen Euro.

Als dringendste Vorhaben führte der Regionalpräsident unter anderem den bereits aufgenommenen Bau der Anschlussstelle Chafiras-Oroteanda, die Schließung des Inselstraßenringes und den Bau der dritten Fahrspur auf der Nordautobahn TF-5 auf.

Clavijo legte fest, bei den Großprojekten werde man nicht mehr auf den Staat warten, sondern die Sache selbst in die Hand nehmen, was dank der verbesserten Wirtschaftslage und dem Straßenbauabkommen nun möglich sei.

Auch dem privaten Bauwesen sagte der Kanarenpräsident einen Aufschwung voraus.

Jetzt gäbe es wieder Arbeit und Chancen im Bauwesen, nicht nur in der Technologie, erklärte Clavijo.




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