Nur noch im Bus nach Punta de Teno?


Inselpräsident Carlos Alonso: „Man darf nicht vergessen, dass es sich um eine gefährliche Straße handelt.“ Die Verringerung des Verkehrsaufkommens soll das Risiko schmälern. Foto: EFE

Das Cabildo will die Durchfahrt für Privatfahrzeuge auf die Anwohner und die Beschäftigten der Kooperativen beschränken

Teneriffa – Das Cabildo will die freie Zufahrt im Privatfahrzeug zum beliebten Naturgebiet Punta de Teno auf Einwohner und Arbeiter beschränken. Ausflügler sollen nur noch im öffentlichen Bus und entgeltlich zur Punta del Teno gelangen, wie Inselpräsident Carlos Alonso (CC) bekannt gab.

Bei einer Sitzung des Inselrates, auf der wichtige Investitionen in die Verbesserung der Inselstraßen beschlossen wurden, wurde eingehend über die Zukunft der Teno-Straße debattiert. Am 12. Juli waren Teile von Stützmauer und Fahrbahn auf etwa acht Metern Länge weggebrochen; nur dank einer glücklichen Fügung hatte sich genau zu diesem Zeitpunkt kein Fahrzeug auf dem Abschnitt befunden. Über hundert Personen war jedoch der Rückweg abgeschnitten; sie mussten nachts per Hubschrauber evakuiert werden.

Mittlerweile sind die Reparatur- und Absicherungsarbeiten an dem betroffenen Straßenabschnitt der TF-455 fast abgeschlossen. Der Untergrund der Mauer wurde mit Spritzbeton stabilisiert und Anker bzw. Felsbolzen in die Steilwand geschlagen.

Am 12. Juli war auf der Landstraße TF-455 nahe dem Aussichtspunkt La Cascada ein Teil der Stützmauer weggebrochen. Der Einsturz hatte ein acht Meter langes Loch in die Straße gerissen. Die Straße war erst ein Jahr zuvor nach langer Schließung wegen Sicherungsarbeiten an den Abhängen wieder freigegeben worden. Die Bauarbeiten zur Sicherung des betroffenen Straßenstücks sind fast abgeschlossen. Foto: Cabildo de Tenerife
Am 12. Juli war auf der Landstraße TF-455 nahe dem Aussichtspunkt La Cascada ein Teil der Stützmauer weggebrochen. Der Einsturz hatte ein acht Meter langes Loch in die Straße gerissen. Die Straße war erst ein Jahr zuvor nach langer Schließung wegen Sicherungsarbeiten an den Abhängen wieder freigegeben worden. Die Bauarbeiten zur Sicherung des betroffenen Straßenstücks sind fast abgeschlossen. Foto: Cabildo de Tenerife

Bei der Sitzung des Inselrates wurde dem Bauunternehmen Dragados der Auftrag zur Neuasphaltierung der Straße für 374.700 Euro erteilt. Ende November sollen die Arbeiten abgeschlossen und die Landstraße zum Nordwestzipfel der Insel wieder befahrbar sein. Allerdings nur für Anwohner und Beschäftigte der dort ansässigen landwirtschaftlichen Betriebe. Touristen und Wochenendausflügler sollen ihre Autos künftig in Buenavista parken und von dort aus mit dem öffentlichen Bus nach Teno fahren.

Zum einen sollen die Umweltauswirkungen des Verkehrs verringert, zum anderen das Unfallrisiko dieser schmalen, sich an steilen Felswänden entlangschlängelnden Straße so gering wie möglich gehalten werden. „Man darf nicht vergessen, dass es sich um eine gefährliche Straße handelt,“ so Alonso, und das trotz der in den vergangenen Jahren durchgeführten Absicherungsarbeiten. So habe man die Straße schon mehrmals bei widrigen Wetterbedingungen sperren müssen.

Auch soll der vom Dorfplatz von Buenavista abfahrende Bus die lokale Wirtschaft ankurbeln. Zunächst soll Titsa die Linie nach Punta de Teno bedienen, später ein privates Busunternehmen beauftragt werden.

Manuel Domínguez, Präsident der Oppositionspartei PP im Inselrat, sprach sich gegen das Vorhaben der Regierungskoalition CC und PSOE aus, den Zugang nach Punta de Teno einzuschränken „und die Tinerfeños zu zwingen, auf ihr Fahrzeug zu verzichten. Sie sollen den öffentlichen Transport nutzen und für die Fahrt bezahlen“.

Manuel Domínguez hob die kleinen Badebuchten und die Schönheit des Naturparks hervor, der seit vielen Jahrzehnten beliebtes Ausflugsziel sei. Er stellte die von Alonso genannten Gründe zur etwaigen Teilschließung der Teno-Straße infrage und erklärte: „Die PP wird die wahren Absichten herausfinden.“




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