Nur 100 Ausschreibungen obwohl 700 Polizisten fehlen


Die Policía Nacional besetzt 101 Polizistenstellen. Foto: EFE

Die kanarische Nationalpolizei ist laut SUP unterbesetzt

Kanarische Inseln – Die Polizeigewerkschaft SUP kritisiert die Stellenausschreibungen der Polizeigeneraldirektion als „absolut ungenügend“. Für die Kanaren wurden 26 Stellen für Unterinspektoren, 21 für Polizei- hauptmeister und 101 für den einfachen Polizeidienst ausgeschrieben. Die SUP moniert, dass demgegenüber ein Defizit von 700 Stellen steht. Von den 101 neu anzustellenden Polizisten sind 74 für den Dienst in der Provinz Santa Cruz de Tenerife und 27 für Las Palmas de Gran Canaria vorgesehen.

Wie José Luis Guedes, der Generalsekretär des Sindicato Unificado de la Policía (SUP), ausführte, sind beispielsweise in der Jefatura Superior von Las Palmas de Gran Canaria 100 Stellen unbesetzt. Davon wurden unter anderem 30 durch die Pensionierungen des Jahres 2018 frei, noch einmal so viele werden im Verlauf dieses Jahres in den Ruhestand gehen. Dennoch sind nur zwei Polizeistellen ausgeschrieben, ein Vorgehen, das Guedes als „lächerlich“ bezeichnet. Auch in der Comisaría Provincial von Santa Cruz de Tenerife sehe es nicht besser aus: 30 Stellen würden besetzt, doch 130 seien vakant. Offiziellen Angaben von 2007 zufolge fehlen auf den Kanaren 700 Nationalpolizisten. Diese Zahl ist jedoch laut Guedes „total überholt“, weil in den letzten zwölf Jahren sowohl die Bevölkerung als auch das Tourismusaufkommen erheblich gewachsen seien. Doch ausgerechnet in der Urlauberhochburg Maspalomas wird die Belegschaft um nur einen Kollegen verstärkt.

Chaos durch den Brexit

Der Generalsekretär der SUP bemängelt außerdem die geringe Voraussicht der Polizeigeneraldirektion bezüglich des bevorstehenden Brexit. In der Folge müssen rund fünf Millionen britischer Urlauber jährlich eine Grenz- und Zollkontrolle passieren. Das Personal ist jedoch dafür nicht aufgestockt worden, ein Chaos sei möglicherweise vorprogrammiert.




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