Nordflughafen weiter ohne ärztlichen Notdienst


Passagiere am Nordflughafen in los Rodeos. Wenn ein Notfall eintritt, muss der Krankenwagen gerufen werden. Foto: EFE

Die Internationale Zivilluftfahrtorganisation rät zur Einrichtung einer Notfallversorgung auf allen Flughäfen

Teneriffa – Im Jahr 2012 stellte der spanische Flughafenbetreiber AENA den ärztlichen Notfalldienst in Teneriffas Nordflughafen ein. Seitdem fordert das Flughafenpersonal, bislang erfolglos, die Wiedereinrichtung eines solchen Dienstes

Vor sechs Jahren fasste AENA den Entschluss, in allen Flughäfen mit einem Passagieraufkommen von unter acht Millionen im Jahr den medizinischen Notfalldienst einzustellen. Von dieser Entscheidung waren fast alle spanischen Flughäfen betroffen, weil nur auf sieben Flughäfen des Landes dieses Passagiervolumen höher liegt (Madrid, Barcelona, Palma de Mallorca, Málaga, Alicante, Gran Canaria und Teneriffa Süd).

Infolgedessen wurde dieser Service auch in Teneriffa Nord eingestellt, wo bis dato während der Betriebszeiten des Flughafens stets ein Arzt in Bereitschaft war. Zunächst hielt man noch einen Dienst mit Krankenpflegern aufrecht, der später jedoch ebenfalls eingestellt wurde. Zurzeit soll angeblich nicht einmal ein Erste-Hilfe-Kasten vorhanden sein. Jedoch wurden sechs Defibrillatoren an verschiedenen Punkten installiert. Die können jedoch nur von einigen Flughafenangestellten bedient werden. Im Notfall muss der Krankenwagen gerufen werden, entweder für den Transport in das nächste Ärztezentrum oder für den Notfalltransport ins Krankenhaus.

Zwar begrenzt die Internationale Zivilluftfahrtorganisation, wie eingangs erwähnt, die Pflicht zur Einrichtung eines ärztlichen Dienstes auf Flughäfen mit einem Aufkommen von mehr als acht Millionen Passagieren im Jahr. Sie rät jedoch allen Flughäfen, einen Arzt oder zumindest einen Krankenpfleger zur Versorgung eines Notfalles bereitzustellen.

Erneut fordern Flughafenangestellte eine Wiederaufnahme des Arztdienstes. Sie sammeln auf Change.org hierfür Unterschriften. Auch die Regionalregierung hat sich bei AENA bereits für die Wiedereinrichtung des Dienstes ausgesprochen.

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