Neuer Tarifvertrag in der Hotellerie


Ashotel-Präsident Jorge Marichal (l.) und Manuel Fitas, Sprecher der Gewerkschaft SB, stellten die Einzelheiten des neuen Tarifvertrages für die Hotellerie vor. Foto: EFE

Die Gewerkschaften CC.OO. und UGT haben den Tarifvertrag zwischen dem Hotelverband Ashotel und der SB-Gewerkschaft nicht angenommen

Teneriffa – Nach dreimonatigen Verhandlungen konnten Jorge Marichal, Präsident des Hotelverbandes der Provinz Santa Cruz de Tenerife, und Manuel Fitas von der Gewerkschaft Sindicalistas de Base (SB), Mitte Oktober den neuen Tarifvertrag für die Hotellerie vorstellen, der bis 2022 gelten soll. SB vertritt den Großteil der Hotelangestellten in der Provinz.

Der neue Tarifvertrag sieht vor, dass rückwirkend ab 1. Juli und stufenweise bis 2022 die Gehälter um 10,25% angehoben werden. Damit handelt es sich um die größte Lohnsteigerung der Hotellerie-Unternehmen der Provinz Santa Cruz de Tenerife, die 63.303 Angestellten zugutekommen wird.

Des Weiteren haben die Unternehmer zugestimmt, den Anteil der festen Anstellungen in den Hotels und Apartmenthäusern von 60% auf 65% zu erhöhen. Für Teilzeitbeschäftigung wurde festgesetzt, dass die täglich zu verrichtenden Arbeitsstunden am Stück gearbeitet und nicht auf mehrere Zeiträume am Tag aufgeteilt werden dürfen. Die für bestimmte Aufgaben benötigte Zeit soll gemessen und anhand der Daten eine gerechtere Aufgabenverteilung vorgenommen werden. Dabei handelt es sich um eine der Forderungen der Zimmermädchen, die oftmals zu viele Zimmer innerhalb ihrer Arbeitszeit zu reinigen haben und Überstunden leisten.

Jorge Marichal erklärte, der neue Tarifvertrag sorge für Stabilität und Frieden anhand von gerechten Konditionen und hob insbesondere die Gehaltserhöhung hervor, die höchste, zu der sich die Unternehmer der Provinz jemals verpflichtet hätten. Für die Unternehmer bedeute dies eine enorme Anstrengung.

Der höchste Vertreter der Hotellerie-Unternehmer äußerte sich auch zum Verhalten der Gewerkschaften CC.OO. und UGT, die aus den Verhandlungen ausgestiegen waren, und erklärte, „wir sind ein seriöser, gefestigter Verband und haben mit den vom Gesetz vorgesehenen Arbeitnehmervertretern verhandelt.“

CC.OO. und UGT werfen Ashotel vor, die Lohnungleichheit zwischen den Hotelangestellten der Ost- und der Westprovinz nicht ausgeglichen zu haben. Auf diesen Vorwurf anwortete Marichal, dass in der Ostprovinz ein komplett anderes Entlohnungssystem gelte und der dortige Tarifvertrag nicht mit dem der Westprovinz vergleichbar sei.

Auch wollen die Vertreter der beiden Gewerkschaften nicht hinnehmen, dass die Betriebsräte mit erheblich mehr Geld ausgestattet werden, wenn diese Mittel in Neueinstellungen oder bessere Arbeitsbedingungen der Zimmermädchen investiert werden könnten. Zudem kreiden CC.OO. und UGT die Verschlechterung der Urlaubskonditionen und die mangelnde Verbesserung bei der Vereinbarkeit von Familie und Beruf an.

Manuel Fitas stellte sich gegen die beiden abtrünnigen Gewerkschaften und erklärte, dass 90% der Forderungen in den neuen Tarifvertrag aufgenommen worden seien und die Rechte der Angestellten verbessert würden.




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