Neue bürokratische Hürde verzögert Millionenprojekt


Wolfgang Kiessling und sein Sohn Christoph gaben in Begleitung ihrer Anwälte eine Pressekonferenz, bei der deutlich wurde, dass dem deutschen Unternehmer langsam die Geduld ausgeht. Foto: EFE

Wolfgang Kiessling: „Wenn das so weitergeht, sehe ich keinen Siam Park in Maspalomas“

Gran Canaria – Fünf Jahre, nachdem die Unternehmensgruppe Loro Parque die Grundstücke beim Barranco El Veril in Maspalomas erworben hat, um dort nach dem Vorbild des Siam Park auf Teneriffa einen der größten Wasservergnügungsparks der Welt zu bauen, hat das Unternehmen noch immer keine Lizenz, um mit den Bauarbeiten zu beginnen. Loro Parque-Gründer und -Präsident Wolfgang Kiessling äußerte in einer Pressekonferenz nun seinen Unmut über diese Blockade seiner Pläne und ließ durchblicken, dass seine Geduld nicht unerschöpflich ist.

Zunächst hatte eine von einem Konkurrenzunternehmen erwirkte einstweilige Verfügung das Großprojekt gestoppt. Dann stellten archäologische Funde im Barranco El Veril eine neue Hürde, und nun hat die Gemeinde San Bartolomé de Tirajana angeblich beim Cabildo angefragt, ob für die Erteilung der Lizenz zur Umleitung des Barrancos das Dokument der „Calificación Territorial“, eine Art Baunutzungsplan, notwendig sei, was eine weitere Verzögerung zur Folge hat.

Wolfgang Kiessling konnte seine Enttäuschung und seinen Ärger angesichts dieser neuen bürokratischen Hürde nicht verbergen. Wenn ihm ein Stein nach dem anderen in den Weg gelegt werde, könne er nicht ausschließen, irgendwann „basta“ zu sagen.

Während das Rathaus von San Bartolomé de Tirajana unter Bürgermeister Marco Aurelio Pérez der Ansicht ist, eine Baulizenz nur erteilen zu können, wenn das Cabildo zuvor die „Calificación Territorial“ erteilt, ist man bei der Inselverwaltung anderer Ansicht. Zwei städtische Ämter hätten bereits bestätigt, dass dieses Dokument nicht notwendig ist, zumal die Lizenz bereits vor Monaten beantragt wurde.

Die Unternehmensgruppe Loro Parque betrachtet die bürokratischen Hürden, die das Projekt immer mehr verzögern, mit Besorgnis, obschon die kanarische Regierung das Wasserparkprojekt als „strategisch“ und das Cabildo von Gran Canaria als „von öffentlichem Interesse“ eingestuft haben.

Die Unternehmensgruppe Loro Parque hat für den Wasservergnügungspark in der Urlauberhochburg Maspalomas mit einem angeschlossenen Hotel eine Investition in Höhe von 100 Millionen Euro vorgesehen. Damit, so rechnet das Unternehmen von Wolfgang Kiessling, könnte Gran Canaria jährlich 500.000 zusätzliche Urlauber gewinnen.

Der Unternehmerverband der Provinz Las Palmas FEHThat sich mit einer Mitteilung dafür ausgesprochen, alle Anstrengungen zu unternehmen, um die Blockade dieses für den Tourismus und die Schaffung von Arbeitsplätzen auf Gran Canaria strategischen Projekts aufzuheben.

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