Nachschub für die Dünen


Foto: canary islands

Die Dünenlandschaft soll mit 60.000 Kubikmeter Sand aufgeschüttet werden

Gran Canaria – Seit mehr als einem Jahrzehnt schon beobachten Experten mit Besorgnis den Sandverlust der Dünen im Süden von Gran Canaria. Die massive Bebauung der Küste hat Einfluss auf den natürlichen Sandtransport, weil sich die Windverhältnisse geändert haben. Deshalb fehlt den Wanderdünen der Nachschub an Sand.

Um die Dünen von Maspalomas zu erhalten, soll im Herbst mit der Umsetzung der ersten Phase eines Projektes begonnen werden, das vorsieht, 60.000 Kubikmeter Sand – was dem Fassungsvermögen von 24 olympischen Schwimmbecken entspricht – von der Küste von Punta de la Bajeta in Maspalomas nach Playa del Inglés zu transportieren. Dort, wo der Sand aufgeschüttet wird, soll der Wind die Körnchen auf natürliche Weise weiter in Richtung Küste transportieren, wo der Sand durch Büsche aufgehalten wird und die Dünen dadurch wieder „wachsen“.

Bei der Projektpräsentation wies Cabildo-Präsident Antonio Morales darauf hin, dass „Masdunas“ ein Projekt mit Pilotcharakter und das Ziel die Regenerierung der Dünenlandschaft sei. Die 1.155.000 Euro, die diese erste Projektphase kosten wird, werden von der Inselverwaltung getragen. Dabei fragte sich Morales, warum das dem Umweltministerium unterstehende spanische Küstenamt Millionen in die Schaffung neuer künstlicher Strände investiere, aber dieses Projekt nicht unterstütze.

Cabildo-Präsident Antonio Morales (4. v.l.) mit Verantwortlichen des Unternehmens und der Inselverwaltung bei der Vorstellung des Projekts „Masdunas“. Foto: efe

Die Sanddünen hinter den Stränden von Maspalomas und Playa del Inglés sind ein Anziehungspunkt für Touristen und wirken auf den ersten Blick als geschütztes Gebiet intakt. Tatsache ist jedoch, dass die Dünen seit Jahren Sand verlieren. Experten schätzen den Verlust auf mindestens 45.000 Kubikmeter pro Jahr. Somit sind die höchsten Dünen in den letzten 60 Jahren um mehrere Meter geschrumpft.

Durch die Bebauung der Küste bringt der Wind den Sand der Wanderdünen nicht mehr zurück, und er verschwindet im Meer.

Mithilfe des Projektes „Masdunas“ soll dieser Sand wieder in die Dünenlandschaft zurückgebracht werden. Um die Bedingungen dafür zu schaffen, dass er nicht wieder verschwindet, werden 350 Sträucher der heimischen Art Traganum moquinii gepflanzt, die mit ihren Wurzeln den Sand aufhalten und so die Entstehung neuer Dünen begünstigen. Um die Pflanzung vornehmen und anschließend die Setzlinge auch gießen zu können, werden rund acht Kilometer Wege innerhalb der Dünenlandschaft instand gesetzt.

Das Projekt zur Rettung der Dünen wartete bereits einige Jahre auf seine Umsetzung. Miguel Ángel Peña, Umweltexperte des Cabildos, wies auf die Bedeutung der Aktion hin, da Wissenschaftler bereits davor gewarnt hätten, dass die Dünen in 90 Jahren verschwunden sein könnten.

Die ersten 30.000 Kubikmeter Sand werden im Oktober und November bewegt werden, während die zweite Hälfte im Mai und Juni 2019 folgen soll. Die Monate in der touristischen Nebensaison wurden gewählt, um die Unannehmlichkeiten für Urlauber möglichst gering zu halten. Außerdem sollen die Arbeiten bei Nacht durchgeführt werden.




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