Nach der Dürre kam die Flut


© Moisés Pérez

Starkregen sorgte für Überflutungen und Schäden – Niederschlagsrekord im Norden Teneriffas

Endlich kam der lange herbeigesehnte Regen, doch vielerorts sorgten die unerwartet heftigen und langanhaltenden Niederschläge für Chaos.

Am 7. November kam es infolge eines Starkregens auf verschiedenen Inseln zu erheblichen Verkehrsbehinderungen, Erdrutschen und Überflutungen. Tags zuvor hatte die Generaldirektion für öffentliche Sicherheit eine Gewitterwarnung für die Inseln der Provinz Santa Cruz de Tenerife ausgesprochen. Heftiger Regen sorgte dann an diesem Tag auch für verschiedene Zwischenfälle. So musste in Puerto de la Cruz auf Teneriffa die Ortszufahrt über Martiánez gesperrt werden, in Anaga wurde die Straße TF-134 auf der Höhe von Almáciga durch herabgestürzte Felsbrocken unpassierbar.

Besonders kräftig regnete es auch auf La Palma, wo die Wassermassen in der Gemeinde Barlovento zu einem Erdrutsch führten, der zur Sperrung der Verbindungsstraße mit San Andrés y Sauces zwang. Auch Häuser, Felder und Wege waren betroffen. Zwei Familien aus dem Ortsteil La Cuesta in Barlovento mussten ihre Häuser verlassen, weil diese überschwemmt wurden und nicht mehr bewohnbar waren.

Land unter in Puerto de la Cruz

Ähnlich erging es am darauffolgenden Tag und trotz Entwarnung des Wetteramtes Geschäftsleuten in Puerto de la Cruz auf Teneriffa. Nachdem es praktisch die ganze Nacht hindurch stark geregnet hatte und auch am Morgen weiter kräftig schüttete, waren die Gullys überfordert. Hinzu kam offenbar auch der in den Auffangbehältern der Gullys durch die lange Trockenheit angesammelte Dreck, der den Abfluss der Regenmassen behinderte. Am unteren Teil der Plaza del Charco bildete sich ein wahrer See und die Feuerwehr bemühte sich nach Kräften, das Ablaufen des Wassers zu beschleunigen. Trotzdem konn-te nicht verhindert werden, dass mehrere Lokale voll Wasser liefen. Im Edificio Olimpia, direkt neben der Wochenblatt-Redaktion, stand das Wasser kniehoch und verursachte erheblichen Schaden. Es dauerte Stunden, bis die Feuerwehrleute das Wasser abgepumpt hatten. Der Schaden ist beträchtlich.

Aus dem Rathaus wurde gemeldet, dass die Regenmenge einen neuen historischen Rekord markierte: 150 Liter pro Quadratmeter in 24 Stunden. Um vier Uhr morgens ging ein solch heftiger Regenguss nieder, dass in weniger als einer Stunde fast 60 Liter pro Quadratmeter gemessen wurden. Dies sorgte auch für die erste Überflutung in der Umgebung der Plaza del Charco.

Ebenso aufsehenerregend wie nervenaufreibend für die Verkehrsteilnehmer war an diesem Morgen der kilometerlange Stau, der die Nordautobahn zwischen El Sauzal und Icod de los Vinos lahmlegte. Steinbrocken, die auf der Höhe von El Sauzal auf eine Fahrspur gestürzt waren und ein umgestürtzter Baum waren der Grund für die einspurige Sperrung, die zu dem Verkehrschaos führte.

Unterdessen sorgte der sintflutartige Regen auch in El Sauzal und Tacoronte für Zwischenfälle. In El Sauzal fiel an der Schule IES San Nicolás der Unterricht aus, weil das Wasser in das Schulgebäude gelaufen war. Verschiedene Straßen, beispielsweise die Verbindungsstraße von Tacoronte nach Mesa del Mar mussten wegen Schäden und Steinschlag zeitweilig gesperrt werden. Auch in Los Realejos, San Juan de la Rambla, La Guancha, Agua García, Guamasa, Valle de Guerra, La Orotava, La Matanza und bis Buenavista kam es zu Behinderungen wegen Straßenschäden.




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