Mythos Pico de las Nieves


Der „Morro de la Agujereada“ ist das Dach Gran Canarias. Foto: wolfgang sauber

Die „Schneespitze“ ist nicht die höchste Erhebung Gran Canarias

Gran Canaria – Der Pico de las Nieves (Schneespitze) gilt mit seinen 1.950 Metern über dem Meeresspiegel als der höchste Berggipfel Gran Canarias. Dieses Narrativ hält sich hartnäckig in Schulbüchern und Touristenführern – und vor allem im Volksmund.

Die Wahrheit liegt nur wenige Meter weiter und höher: Tatsächlich ist eine Felsspitze nahe dem Pico de las Nieves um sechs Meter höher. Sie wird „Morro de la Agujereada“ oder auch „La Gañifa” genannt. Und eigentlich ist diese Tatsache Wanderern und Naturfreunden seit Langem, seit Jahrzehnten schon, bekannt. Die moderne Messtechnik des kanarischen geografischen Instituts Grafcan hat den augenscheinlichen Eindruck, den man erhält, wenn man vom Mirador Pico de las Nieves aufwärts wandert, schon vor Jahren bestätigt: Der benachbarte Berg ist höher.

Laut Grafcan liegt der höchste Punkt Gran Canarias 1.956 Meter über dem Meeresspiegel auf dem Morro de la Agujereada und nicht auf dem Pico de las Nieves, dem Grafcan eine Höhe von 1.950,51 Metern zuschreibt. Damit ist der Pico de las Nieves aber immerhin eineinhalb Meter höher, als man früher angenommen hat.

Obwohl die Informationsschilder an den Aussichtspunkten den „Morro de la Agujereada“ korrekt als höchsten Berg der Insel ausweisen, hält sich die Verwirrung um das Dach Gran Canarias weiter. In Wikipedia wurden noch vor Kurzem der „Schneespitze“ gar die 1.956 Meter Höhe des Nachbargipfels zugeschrieben.





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