Mutmaßliche Brandstiftung hält die Feuerwehr in Atem


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Kleinere Waldbrände auf La Gomera, La Palma und Gran Canaria

Nach den Verwüstungen, die Großbrände im vergangenen Jahr auf La Gomera angerichtet haben, erlebten die Gomeros erneut Stunden zwischen Hoffen und Bangen. Am 15. August brach im Gemeindegebiet Vallehermoso nahe der Kapelle Ermita de Santa Clara ein Waldbrand aus. Glücklicherweise hatte die Inselregierung schon in den Tagen zuvor die Wanderwege, Grillplätze und verschiedene Zufahrtsstraßen wegen erhöhter Brandgefahr gesperrt.

Gleich ging das Gerücht um, es handle sich um Brandstiftung. Dieser Verdacht erhärtete sich, als unweit des Ausbruchsherdes zwei primitive Brandsätze, bestehend aus mit brennbarer Flüssigkeit gefüllten Wasserflaschen und Lunten aus Zeitungspapier und anderem leicht entzündlichen Material, gefunden wurden. Sie waren nicht zum Einsatz gekommen, ihre Existenz legt jedoch die Vermutung nahe, dass der Waldbrand mit einer ähnlichen Vorrichtung absichtlich ausgelöst wurde.

Ein Löschflugzeug und vier Hubschrauber waren drei Stunden lang im Einsatz, um das Feuer zu bekämpfen. Bis zum Abend waren zunächst nur vierhundert Quadratmeter Lorbeerwald betroffen. Mit Einbruch der Dunkelheit mussten die Flugzeuge ihren Einsatz beenden. Da sich der Brand in schwer zugänglichem Gelände mit starkem Gefälle entwickelt hatte, war die Unterstützung der Löscharbeiten vom Boden aus erheblich erschwert.

Am darauffolgenden Tag zeigte sich, dass das Feuer noch keinesfalls besiegt war, sondern sich auf einer Fläche von nun zwei bis drei Hektar Wald, Palmenhainen und Weideland ausgebreitet hatte. Obwohl es gelang, ein weiteres Umsichgreifen zu verhindern, brauchten die Löscheinheiten noch einen weiteren Tag, bis der Brand endgültig unter Kontrolle war. 

Brandserie auf La Palma

Etwa zum gleichen Zeitpunkt brannten auch in Tijarafe auf La Palma 1.500 Quadratmeter Wald. Die Feuerwehr konnte das Feuer, das in nur 50 Metern Entfernung von den ersten Häusern der Ortschaft ausgebrochen war, schnell unter Kontrolle bringen, war aber noch einen weiteren Tag im Einsatz, um sicherzustellen, dass der Brand, begünstigt durch den Wind und die extreme Trockenheit, nicht wieder aufflammte.

Zwei Tage später kam es in Los Llanos de Aridane zu einer Serie von vier Bränden. Der erste brach in El Paso in geringer Entfernung einiger Wohnhäuser aus. Diesen konnte die Feuerwehr in kurzer Zeit löschen.

Einen Kilometer weiter in Richtung Los Llanos de Aridane flammte kurze Zeit später der zweite Brand auf. Auch der wurde schnell entdeckt und erfolgreich bekämpft. Zwei weitere Brände in Camino Cumplido (La Laguna de Los Llanos) und Jedey führten dazu, dass die Feuerwehr die Bevölkerung über ihre Facebook-Seite zur Mithilfe bei der Beendigung dieser Brandserie aufrief.

Deutscher unter Verdacht

Auch Gran Canaria blieb vom Feuer nicht verschont. Ebenfalls am Donnerstag während der Nacht brannte es im Barranco de la Caldereta in unmittelbarer Nähe des Ortsteils El Fondillo von Las Palmas. Der Brand erreichte auch den Ort, wo Palmen und andere Vegetation verbrannten. Auch hier gelang es der Feuerwehr in kurzer Zeit, die Flammen in den Griff zu bekommen. Mehrere Dutzend Anwohner mussten jedoch evakuiert und ältere Menschen vor einer drohenden Rauchvergiftung gerettet werden.

Zwei Tage später brannte es im Barranco de Ayagures in San Bartolomé de Tirajana. Die Feuerwehr konnte auch dieses Feuer noch am selben Tag unter Kontrolle bringen, jedoch war nicht zu verhindern, dass eine Hütte, ein Wohnhaus und diverse Telefonleitungen beschädigt wurden.

In diesem Zusammenhang soll ein Deutscher festgenommen worden sein, dem vorgeworfen wird, den Brand durch das Wegwerfen einer brennenden Zigarette verursacht zu haben.




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