Muss das größte Spiegel-Teleskop der Welt bald schließen?


© IAC

Weder der Staat noch die autonome Region haben in diesem Jahr finanzielle Mittel für La Palmas Riesenteleskop eingeplant

Neun Millionen Euro müssen dringend aufgebracht werden, damit La Palmas Riesenteleskop GTC (Gran Telescopio de Canarias) auf dem Roque de los Muchachos den Betrieb weiterführen kann, so Direktor Pedro Álvarez gegenüber der Nachrichtenagentur EFE.

Das rund 140 Millionen Euro teure und weltweit größte Spiegel-Teleskop war erst im Juli 2009 eröffnet worden mit dem Ziel, Planetensysteme naher Sterne, dunkle Materie und schwarze Löcher, Sternenegeburten und den Big Bang zu erforschen, erdähnliche Planeten und vielleicht sogar Leben im All zu entdecken.

Fast drei Jahre arbeiteten jetzt die renommiertesten Astronomen am GTC; 10% der Beobachtungszeit ging an Wissenschaflter der Universitäten von Mexiko und Florida (USA), deren Heimatstaaten zu je 5% am GTC beteiligt sind.

Nun erklärte Pérez, obwohl die Finanzierung seit Inbetriebnahme 2009 eigentlich vom Staat und der autonomen Region getragen werden sollte, waren schon in den jeweiligen Haushaltsplänen für das Jahr 2010 kein Posten für das Teleskop vorgesehen. Doch bräuchte das GTC jährlich mindestens neun Millionen Euro, „um nicht die Türen dichtmachen zu müssen“.

Würde in diesem Jahr kein Geld fließen, müssten die Wissenschaftler, die dort fest arbeiteten und das Teleskop betreuten, bald entlassen werden, doch ein solch hochspezialisiertes Team sei einzigartig und kaum wiederzuerlangen, warnte der Direktor des Riesenteleskops.

In dieser Hinsicht rief Pérez die Verantwortlichen von Staat und autonomer Region dazu auf, dem GTC im jeweiligen Etat einen Posten einzuräumen.

Zwar werde das Geld der öffentlichen Kassen zunächst für die Grundbedürfnisse der Bürger wie Ernährung, gesundheitliche Versorgung und Erziehung benötigt, doch um aus der Krise zu kommen müsse auch in Wissenschaft und Forschung investiert werden, so Pedro Álvarez.

Francisco Sánchez, Direktor des Astrophysikalischen Instituts der Kanaren (IAC), fügte hinzu, für einen normalen Betrieb benötige das Teleskop eigentlich zwischen 11 und 14 Millionen Euro.




Über Wochenblatt

Das Wochenblatt erscheint 14-tägig mit aktuellen Meldungen von den Kanaren und dem spanischen Festland. Das Wochenblatt gilt seit nunmehr 36 Jahren als unbestrittener Marktführer der deutschsprachigen Printmedien auf den Kanarischen Inseln.