Musikfestival sucht nach neuen Wegen


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Intendantin wirbt für „Umgestaltung und Qualität“

Das Festival der Klassischen Musik auf den Kanaren begann seine 26. Saison am 8. Januar in Las Palmas de Gran Canaria mit der Staatskapelle Dresden unter der Leitung von Zubin Mehta vor ausverkauftem Haus.

Ein Konzert-Marathon von sieben anspruchsvollen Konzerten in nur elf Tagen, und das jeweils auf beiden Hauptinseln (das Wochenblatt berichtete darüber), bildet den Auftakt zu einem dennoch recht ausgedünnten Programm, vergleicht man es mit den vergangenen Jahren. Unter der Last von Kürzungen und Ein-­sparungen trat die Intendantin Candelaria Rodríguez Afonso im Juli vergangenen Jahres ihr Amt an, das sie von ihrem Vorgänger Juan Mendoza übernahm, der noch für das derzeitige Programm verantwortlich zeichnete.

In einer Erklärung in der Tageszeitung „El Día“ kündigte die Intendantin nun an, das traditionsreiche Kanarische Musikfestival umgestalten zu wollen, wobei aber die Qualität „um jeden Preis“ erhalten werden soll. Ihr Ziel ist es, angesichts des hohen Durchschnitts­­alters der Besucher, neue Zuhörerkreise zu erschließen. Candelaria Rodríguez, die an der Wiener Universität mit einer Arbeit über Martín i Soler ihren Abschluss in Musikgeschichte gemacht hatte, betonte, dass man „den Kern der großen Orchester erhalten, aber auch einige Mauern einreißen muss. Irgendwie sollte die äußere Struktur geändert werden.“ Konkret schlug sie vor, außer in den Auditorien der Hauptstädte auch Kammerorchester in kleineren Orten wie Telde oder La Laguna auftreten zu lassen. Außerdem sollen die eigenen Orchester, das Symphonieorchester Teneriffa und die Philharmonie Gran Canaria, mit jeweils mindes­tens zwei Konzerten beteiligt sein, wie es früher üblich war. Mendoza hatte beide auf je ein Konzert reduziert.

Auch vom spanischen Festland sollen mehr Ensembles eingebunden werden, wie etwa das spanische und das galizische Nationalorchester sowie das der Gemeinde Madrid. Musikalisch soll der Schwerpunkt für 2011 auf die Wiener Klassik, die Vorläufer des Klassizismus sowie die Zeitgenössischen, die „in 200 Jahren Klassiker sein werden“ gelegt werden. Insgesamt gelte es, die alte Musik, die „viele Jahre eingeschlafen war“, wieder zu beleben. Dafür werden nun günstigere Abonnements angeboten, die nicht auf einmal bezahlt werden müssen, sowie „Last minute“-Karten zu 7 Euro, die 40 Minuten vor Konzertbeginn erworben werden können. Letzteres gilt leider nur für die unter 30-Jährigen. Ob damit tatsächlich ein jüngeres Publikum angesprochen werden kann, wird sich zeigen.




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