Mitarbeiter der Fischzucht Aguamansa vor Gericht


Die Forrellenzucht in Aguamansa wurde am 22. September 2017 überraschend von einem Tag auf den anderen stillgelegt. Foto: Noticia

Die Beschuldigten sehen die Verantwortung für die Unregelmäßigkeiten bei der Inselregierung

Teneriffa – In dem Gerichtsverfahren, das die Vorgänge und Verantwortlichkeiten in Bezug auf den Betrieb und die Schließung der Forellenzuchtanlage von Aguamansa klären soll, haben nun die Zeugen und Beschuldigten ihre Aussagen gemacht.

Die Piscifactoría oberhalb von La Orotava war am 22. September 2017 überraschend, mit sofortiger Wirkung, stillgelegt und rund 12.000 Forellen dem Erstickungstod überantwortet worden.

Zunächst wurden die Zeugen befragt, unter ihnen der Amtstierarzt Santiago Mayans, der seine Vorgesetzten und den Umweltrat des Cabildos José Antonio Valbuena schon im Juli 2017 in einem Bericht auf die Unregelmäßigkeiten im Betrieb der Fischzuchtanlage hinwies. Er sagte aus, dass er einige Wochen danach von Valbuena aufgefordert worden sei, das Dokument, mit seiner digitalen Unterschrift versehen, erneut zu schicken und auf September zu datieren.

Der Inspektor des Gesundheitsdienstes, Miguel Rodríguez, der die Anlage nach einem Besuch im September mit sofortiger Wirkung stilllegte, sagte aus, der schwerwiegendste Missstand sei gewesen, dass ein Antibiotikum, mit dem die Tiere behandelt wurden, ins Trinkwasser gelangen konnte und dass ein Teil der Forellenproduktion ohne Gesundheitskontrolle an die umliegenden Restaurants ging. Zudem habe im Umweltressort des Cabildos niemand gewusst, wer das Wasser für die Anlage lieferte oder dass es in den Trinkwasserkanal abgeleitet wurde.

Die Beschuldigten in diesem Verfahren, die Angestellten des Forstdienstes Buenaventura Machado Álvarez und Tomás Reneses de la Fuente sowie der Verwalter der Forellenzuchtanlage, Víctor Javier Pacheco Hernández, erklärten, dass die Verantwortung für die Fehler im Betrieb der Anlage bei der Insel- regierung liege, die Eigentümer der Anlage sei. Sie hätten lediglich nach den Weisungen ihrer Vorgesetzten gearbeitet, zu denen auch der politisch verantwortliche Inselrat José Antonio Valbuena gehört.




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