Ministerium will vergünstigte Flughafengebühren wieder einführen


© Moisés Pérez

Fluggesellschaften sollen bei Einrichtung neuer Verbindungen und Steigerung der Passagierzahlen belohnt werden

Auf die Ankündigung der Transportministerin Ana Pastor, die Vergünstigungen für Flughafengebühren bei der Aufnahme neuer Strecken wieder einzuführen, reagierten die kanarischen Politiker und Hoteliers mit Freude auf der einen, mit Ungläubigkeit bis Fassungslosigkeit und Kritik auf der anderen Seite. Tatsächlich hatte das Transportministerium Ende 2011 die vergünstigten Flughafengebühren für Airlines, die neue Strecken in ihr Angebot aufnahmen, gestrichen und für großen Protest auf den Kanaren gesorgt.

Diese Vergünstigungen gelten als Anreiz für Fluggesellschaften, neue Verbindungen zu den Kanaren zu schaffen und neue sowie mehr Touristen anzulocken. Allein die Ermäßigung von 50% bei Flügen an verkehrsarmen Tagen und von 20% auf saisonabhängigen Flughäfen wie dem der Balearen, wurden aufrechterhalten.

In den vergangenen beiden Jahren hatten sowohl die kanarischen Politiker als auch die Hotelverbände immer wieder die Wiedereinführung der Vergünstigungen gefordert und auf deren Beitrag zur Wettbewerbsfähigkeit des Urlaubsziels Kanaren gepocht. Doch in Madrid wurden sämtliche Anfragen ignoriert.

Scheinbar bewegte jedoch nun der starke Passagierrückgang auf dem Hauptstadtflughafen Barajas die Verantwortlichen zum Umdenken, denn Transportministerin Ana Mato kündigte bei der Einweihung des neuen Binter-Verwaltungsgebäudes überraschend die Wiedereinführung der einstigen Vergünstigungen von 100% bei der Aufnahme neuer Routen und von 75% bei der Aufstockung der Sitzplätze für den 1. Januar 2014 an. Der Flughafenbetreiber AENA geht davon aus, dass die Maßnahme im kommenden Jahr den Flugverkehr auf den Kanaren um 2% steigert und den Inseln vier Millionen zusätzliche Passagiere beschert.

Obwohl sich die Politiker und die Vertreter der Tourismusbranche über die Wiedereinführung freuten, wurden auch starke Zweifel daran geäußert, ob die Wiedereinführung der Vergünstigungen, die man zwei Jahre lang immer wieder gefordert hatte, nun tatsächlich vollzogen wird. Teneriffas Cabildo-Präsident Carlos Alonso erklärte: „Man muss sehr aufmerksam sein und dem Kleingedruckten besondere Aufmerksamkeit schenken, ob da nicht irgendwo eine unangenehme Überraschung versteckt ist.“

Auch darüber hinaus wurde vielfältige Kritik geäußert. Zum einen wurden die finanziellen Ausfälle bedauert, die den Kanaren infolge der gestrichenen Anreize für Fluglinien entstanden sind. Zum anderen die Politik des Flughafenbetreibers AENA, dessen Verantwortliche die Interessen der Kanaren ignoriert, bei Problemen in Madrid jedoch sofort reagiert hätten. Kanarenpräsident Paulino Rivero forderte die regierende Partido Popular (PP) auf, sich öffentlich und offiziell bei den Kanarischen Inseln für die entgangenen Gewinne zu entschuldigen. Alonso bedauerte, dass die Verantwortlichen erst nach Einbruch der Passagierzahlen in Madrid und dem entsprechenden Hilferuf der Regionalverwaltungen ihren Fehler erkannt hätten und zurückgerudert seien. „Als es den Kanarischen Inseln schlecht ging, gab es keine Reaktion. Wenn es auf Barajas nicht läuft, dann machen sie was,“ klagte der Inselpräsident an.




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