Meeresschildkröte „Aurora“ überquerte in fünf Monaten den Atlantik


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Erstmals wurde die Wanderung einer Unechten Karettschildkröte von den Kanarischen Inseln bis in die Karibik über einen Satelliten verfolgt

Fünf Monate hat die 53 Zentimeter große Meeresschildkröte namens Aurora gebraucht, um von den Kanarischen Inseln bis in die östliche Karibik zu schwimmen.

Das teilte Mitte April die spanische Beobachtungsstelle Observatorio Ambiental Granadilla mit, die die Unechte Karettschildkröte (Carreta caretta) im Juli 2009 auf La Gomera gefangen und mit einem Sender versehen hatte, um erstmals die Wanderung dieser Meerestiere über einen Satelliten verfolgen zu können. Über 6.000 km legte „Aurora“ in diesen fünf Monaten zurück.

Die transatlantische Migration von Meeresschildkröten war bereits mit Tieren von Andalusien, den Azoren und Madeira verfolgt worden. Aurora ist allerdings das erste mit einem Sender versehene Exemplar, dessen Reise bei den Kanarischen Inseln startete.

Ferne Geburtsstätte

Wie das staatliche Observatorium in diesem Zusammenhang mitteilte, stammen die bei den Kanaren lebenden Meeresschildkröten vor allem aus Ländern wie den USA, Mexiko oder Brasilien.

Bereits in ihrer frühen Jugend machen sich die Tiere auf den Weg über den Atlantik zu Gebieten wie den Kanarischen Inseln, wo sie sozusagen ihre frühe Jugend verbringen. Mit Beginn der Geschlechtsreife kehren sie über den Ozean in ihr Herkunftsgebiet zurück, um sich dort zu vermehren. Wie sehr sie sich dabei der Stelle nähern, an der sie einst aus dem Ei geschlüpft waren, sei nicht bekannt, teilte das OAG mit. Im Fall von „Aurora“ gehen die Wissenschaftler des Observatorio jedoch davon aus, dass sie an einem amerikanischen Strand geschlüpft sein muss.




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