Maximaler Schutz für Engelhaie


Engelhaie halten sich bevorzugt auf sandigem Meeresboden auf. Foto: efe

Umweltministerium ordnet die Populationen auf den Kanarischen Inseln in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“ ein

Kanarische Inseln – Das spanische Umweltministerium hat die Populationen von Engelhaien auf den Kanarischen Inseln im nationalen Katalog bedrohter Tierarten in die Kategorie „vom Aussterben bedroht“ eingeordnet und damit auf einen maximalen Schutzstatus gehoben. Alle drei Arten von Engelhaien – Der Sägerücken-Engelhai (Squatina aculeata), der Glatte Engelhai (Squatina oculata)  sowie der Meerengel oder Gemeine Engelhai (Squatina Squatina) wurden vom Umweltministerium als vom Aussterben bedroht eingestuft. Jedwede Aktion, die mit dem Ziel durchgeführt wird, ein Tier dieser drei Spezies zu stören, zu verfolgen, zu verletzen oder gar zu töten, ist damit verboten. Untersagt ist auch die Beschädigung oder Zerstörung ihres Habitats und ihrer Brutstätten. Der Handel mit toten oder lebendigen Exemplaren ist ebenfalls streng verboten.

Der Engelhai ist eine bodenbewohnende Haiart, die ursprünglich von Skandinavien bis Nordwestafrika (Mauretanien und die Kanarischen Inseln) vorkam, einschließlich dem Mittelmeer und dem Schwarzen Meer. Heute hat sich der weltweite Bestand durch schweren Populationsschwund, lokales Aussterben und Gebietsrückgänge reduziert. Die Spezies ist heute in vielen ihrer ursprünglichen Verbreitungsgebiete ausgestorben oder sehr selten geworden, und es ist anzunehmen, dass fast die gesamte verbleibende Population rund um die Kanarischen Inseln zu finden ist. Sie leben in Tiefen zwischen fünf und 150 Metern.

Das Netzwerk zum Schutz der Engelhaie (Angel Shark Conservation Network, kurz ASCN) hat die Erhöhung des Schutzstatus dieser selten gewordenen Meeresbewohner in einem ihrer wohl letzten Refugien, den Kanarischen Inseln, begrüßt. Auch vonseiten der Universität Las Palmas de Gran Canaria (ULPGC), die zu den Kooperationspartnern des Engelhai Projekts „Angel Shark Projekt“ zur Erforschung und zum besseren Schutz dieser Art zählt, wurde die Entscheidung aus dem Umweltministerium mit Freude aufgenommen. Ein Team der Universität arbeitet zusammen mit dem Zoologischen Forschungsmuseum Alexander Koenig (ZFMK) in Bonn und der Zoologischen Gesellschaft London an diesem Schutzprojekt.

David Jiménez vom Team des Angel Shark Projekt der ULPGC sprach allen involvierten Personen seinen Dank aus, besonders den Fischern, Tauchern und Forschern, die sich für die Rettung dieser Art engagieren.

In der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) wird der Meerengel oder Engelhai (Squatina squatina) unter den am stärksten vom Aussterben bedrohten Arten der Welt aufgeführt. Während diese besondere Haiart bis zum Jahr 2000 noch als „gefährdet“ (vulnerable) eingestuft war, gilt sie seit 2006 als „stark vom Aussterben bedroht“ (critically endangered). Die nächste Gefährdungskategorie ist „Regionally Extinct“ (regional ausgestorben).

Die drei Rückzugsgebiete des Engelhais auf den Kanarischen Inseln liegen an den Küsten von Teneriffa, Gran Canaria und Lanzarote. Auf Teneriffa ist die sandige Bucht des Strandes Las Teresitas in Santa Cruz ein von Meerengeln bevorzugtes Gebiet, in dem sie ihre Jungen zur Welt bringen. Informationstafeln am Strand klären Besucher darüber auf. Weitere Orte, an denen sich die Meerengel bevorzugt fortpflanzen, sind die Küste von Puerto del Carmen auf Lanzarote und das Meeresreservat bei der Playa de El Cabrón nördlich von Arinaga auf Gran Canaria.

Für Menschen sind diese Haie ungefährlich. Da sie sich gerne im Sand eingraben, kann es jedoch vorkommen, dass Badegäste an sandigen Stränden versehentlich auf ein Exemplar treten. Dann können sich die Haie mit einem Biss wehren. Die Verletzungen sind aber meist harmlos.




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