Lohngefälle wird immer stärker


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Über 350.000 Canarios verdienen weniger als 1.000 Euro im Monat

Kanarische Inseln – Immer wieder wird durch Statistiken belegt, dass die Kanarischen Inseln zu den spanischen Regionen gehören, die am stärksten von der Wirtschaftskrise getroffen wurden. Ob Arbeitslosigkeit, Armut, Niedriglöhne oder Lohnungleichheit – die Kanaren schneiden durchweg schlecht ab.

Auch die neuesten Zahlen des Finanzamtes über die Höhe der für das Steuerjahr 2014 deklarierten Einkommen weichen nicht von dieser Tendenz ab. So ist die Zahl der kanarischen Beschäftigten, die weniger als tausend Euro im Monat verdienen, weiter gestiegen. Inzwischen sind es mehr als 350.000. Auf der anderen Seite ist auch die Zahl derjenigen, die über einen Jahresverdienst von mehr als 150.000 Euro verfügen, gewachsen.

Der Großteil der kanarischen Steuerpflichtigen gliederte sich in die niedrigen Einkommensklassen zwischen 0 und 12.000 Euro im Jahr ein. Während 2013 noch 45,52% der kanarischen Einkommensteuerpflichtigen in die vier untersten Steuertarifzonen unter 12.000 Euro Jahreseinkommen einzuordnen waren, stieg der Anteil für das Jahr 2014 um 2% auf 47,67%. Spanienweit stieg dieser Anteil nur um 1,1%.

Im Fall der Kanaren ist es besonders erschreckend, dass rund 22.700 Personen ohne jegliches Einkommen sind. Über 52.000 Canarios gaben ein Jahreseinkommen von unter 1.500 Euro, fast 116.000 ein Jahreseinkommen von unter 6.000 Euro an.

Auf der anderen Seite wuchs die Zahl der Großverdiener. So stieg die Zahl derjenigen, die zwischen 150.000 und 601.000 Euro im Jahr verdienen um 0,24% auf 1.876 und die Zahl derjenigen, die über mehr als 601.000 Euro im Jahr verfügen um 0,01% auf 94. Spanienweit wuchs die Zahl der Großverdiener allerdings um 8,5%.

Weit unter dem Durchschnitt

Die neuesten Zahlen der Finanzbehörde verdeutlichen die enormen regionalen Unterschiede bei der Gehaltshöhe. Mit einem Durchschnittsgehalt von 17.140 Euro im Jahr liegen die Kanaren weiter unter dem landesweiten Durchschnitt von 18.873 Euro. Während sich das Durchschnittsgehalt auf dem Archipel im Vergleich zum Vorjahr leicht um 0,3% verbesserte, stieg das landesweite Durchschnittsgehalt immerhin um 0,5%.




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