Lebensmittelbank versorgt 6.000 kanarische Kinder


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Trotz leichten Wirtschaftswachstums ist die Not weiterhin groß

Hernán Cerón, Leiter der Lebensmittelbank Bancoteide, hat mitgeteilt, dass die Organisation mittlerweile fast 37.000 Personen in der Provinz Santa Cruz de Tenerife mit Lebensmitteln versorgt, davon 6.065 Kinder unter acht Jahren.

Im Gespräch mit einer Tageszeitung erklärte Cerón, dank der Solidarität vieler Privatpersonen und Unternehmen seien Tausende Notleidende Canarios mit Grundnahrungsmitteln versorgt worden. So habe die Lebensmittelbank im vergangenen Jahr 2.500 Tonnen Lebensmittel, fast 47% mehr als 2013, gesammelt. Fast die Hälfte stamme aus Überschüssen der EU, der Rest sei bei Sammelaktionen, beispielsweise in großen Supermärkten, und durch Spenden zusammengekommen. Die Zentral- und die Regionalregierung hätten weiterhin 150.000 bzw. 100.000 Euro für den Erwerb von Babynahrung beigesteuert. Santa Cruz‘ Sozialamt wiederum habe 50.000 Euro für die Verwaltung überwiesen, wobei die 37 Freiwilligen, die in der Lebensmittelbank arbeiten, kein Gehalt beziehen.

Bancoteide verteile die Lebensmittel an 154 vertrauenswürdige Hilfsorganisationen der Provinz, ausgenommen El Hierro, wo das starke soziale und familiäre Netzwerk laut Cerón ausreiche, um die Not zu mildern.

Der Leiter der Bancoteide betonte, viele Menschen hier auf der Insel würden weiterhin große Not erleiden und forderte die öffentliche Verwaltung dringend zu Strukturreformen auf.

In Spanien gibt es insgesamt 55 Lebensmittelbanken, die der Spanischen Vereinigung der Lebensmittelbanken (Fesbal) angehören, die selbst wiederum Teil der Europäischen Vereinigung der Lebensmittelbanken (FEBA) mit Sitz in Paris ist. Neben Spanien werden Sammelaktionen für Lebensmittel insbesondere in Frankreich, Portugal und Italien durchgeführt.

Auf den Kanarischen Inseln gibt es zwei Lebensmittelbanken, eine in jeder Provinz. Seit Jahren unterstützt die Europäische Union im Rahmen eines Hilfsprogramms die Lebensmittelbanken diverser Mitgliedsstaaten, um die von der Krise am härtesten betroffenen Personen mit Nahrungsmitteln zu versorgen, darunter auch die beiden kanarischen Organisationen. Darüber hinaus erhalten sie Subventionen aus der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU.




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