Lebensmittelallergien breiten sich aus


© Moisés Pérez

Bald müssen die Restaurants über vorhandene Allergene Auskunft geben können

Bis Jahresende müssen die über 14.000 kanarischen Bars, Cafés und Restaurants genau über das Vorhandensein der vierzehn als Allergene angesehenen Substanzen in jeder Speise Auskunft geben können.

Anlass ist die besorgniserregende Zunahme von Allergien unter der Bevölkerung, welche nicht nur die Gesundheit sondern auch das öffentliche Gesundheitswesen zunehmend belasten. In ganz Europa sollen rund 17 Millionen Menschen von einer Lebensmittelallergie betroffen sein.

Die heftigsten allergischen Reaktionen zeigen sich oftmals bei Kindern und können sogar tödlich verlaufen. Es wird davon ausgegangen, dass 8% der spanischen Kinder, also auf den Kanarischen Inseln rund 25.000 Minderjährige, von irgend einer Allergie betroffen sind, und in zunehmendem Maße von einer Nahrungsmittelallergie.

Violeta Jáuregui von der Madrider Vereinigung für Lebensmittelallergien (Histasan) – die bisher einzige ihrer Art – erklärte, am frühesten zeige sich meistens die Kuhmilchallergie, etwas später dann die Allergie gegen Trockenfrüchte, Fisch oder Meeresfrüchte, und schließlich, häufiger bei Erwachsenen, die Zöliakie.

Jáuregui bestätigte die zunehmende Verbreitung von Lebensmittelallergien unter der Bevölkerung und erklärte, die Weltgesundheitsorganisation (WHO) spreche bereits von einer Pandemie. Auch gehe die Europäische Akademie für Allergologie und klinische Immunologie (EACCI) davon aus, dass mittlerweile bereits jedes vierte Schulkind unter der Immunreaktion seines Körpers auf in Lebensmitteln enthaltene Allergene reagiere.

Die Sprecherin von Histasa wies auf, dass innerhalb der Gesellschaft den Lebensmittelallergien nicht die nötige Beachtung geschenkt würde.

Die Vereinigung versuche, den Familien der Betroffenen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen und insbesondere die betroffenen Kinder zu unterstützen.




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