La Orotava geht gegen Pächter des Humboldtblicks vor


Der Aussichtspunkt Humboldtblick ist seit Jahren geschlossen. Foto: WB

Dem Unternehmen Teide Soft S.L. wird Vertragsbruch vorgeworfen, der Pachtvertrag soll aufgelöst werden

Teneriffa – Seit 2014 ist der Aussichtspunkt „Humboldtblick“ schon geschlossen. Nun berichtete die Tageszeitung „El Día“, der Gemeinde La Orotava lägen inzwischen hinreichende Gründe vor, dem Pächter Vertragsbruch nachzuweisen, sodass die Stadtverwaltung nun plane, den Vertrag vorzeitig zu kündigen.

„El Día“gibt an, Einsicht in ein Dekret der Stadt erhalten zu haben, das Anfang April verabschiedet wurde. Darin wird dem Pächter, dem Unternehmen Teide Soft S.L., doppelter Vertragsbruch vorgeworfen und die Auflösung des Vertrages angekündigt. Eine Frist von 15 Tagen zur Stellungnahme wurde eingeräumt und müsste inzwischen verstrichen sein. Die Gemeinde wirft Teidesoft vor, den Aussichtspunkt untervermietet zu haben, was gemäß Pachtvertrag verboten ist. Auch sei die monatliche Pacht von 1.500 Euro nicht bezahlt worden. Nach fünfjähriger Karenzzeit ist der Vertragspartner seit 2015 zur Zahlung der ausgehandelten Pacht verpflichtet. Nun will die Gemeinde den Vertrag auflösen und nach Jahren wieder über den mittlerweile verwahrlosten und teils verschandelten Humboldtblick verfügen.

Eine unendliche Geschichte

Im Jahr 1999 hatte das Cabildo mit der umstrittenen Neugestaltung des Aussichtspunktes begonnen. Besonders die hohe Mauer, die den Blick von der Straße über das Orotava-Tal versperrt, wurde kritisiert. Als die 1,5 Millionen Euro teuren Arbeiten im Jahr 2005 endlich abgeschlossen und die Anlage an die Gemeinde übergeben wurde, begann die Suche nach einem Pächter. 2006 erhielt das Software-Unternehmen Teide Soft S.L. den Zuschlag. Aufgrund der Mängelbehebung, Renovierungen der inzwischen stark heruntergekommen Anlage, sowie diversen Problemen mit den Verträgen, wurden Aussichtspunkt und Restaurant erst 2010, also nach elfjähriger Schließung, eröffnet.

Doch schon 2014 wurde der Humboldtblick, auf richterliche Anordnung und für die Öffentlichkeit völlig überraschend, wieder geschlossen. Seither ist das Gericht mit Streitigkeiten zwischen dem Pächter und den Angestellten beschäftigt.




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