Krise und Sparzwang prägen das Weihnachtsfest 2012


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Am Freizeitvergnügen wird mehr gespart als am Festessen und an den Geschenken

Das diesjährige Weihnachtsfest und der 6. Januar werden in Spanien von der allgemeinen Wirtschaftskrise geprägt sein. Trotzdem sollen die Heiligen Drei Könige auch dieses Mal bei den spanischen Kindern für leuchtende Augen sorgen, auch wenn diese teilweise wohl andere Geschenke als früher bringen werden.

Madrid – Laut einer von der Unternehmensberatung Deloitte durchgeführten Studie über das weihnachtliche Konsumverhalten der Bevölkerung wird im Durchschnitt jede spanische Familie insgesamt 680 Euro für alles rund ums Fest ausgeben, 4% weniger als im vergangenen Jahr.

Damit ziehen die spanischen mit den italienischen Familien gleich, weit entfernt jedoch von den Kürzungen der portugiesischen und der griechischen Familien (-13% bzw. -16%). Trotz der Einschränkungen gehört Spanien, zumindest laut der Studie, nach Irland, der Schweiz, Luxemburg und Finnland weiterhin zu den fünf europäischen Ländern, deren Einwohner zu Weihnachten am spendabelsten sind.

Weniger Weihnachtsfeiern

Nach der Studie ist der familiäre Weihnachtsetat seit Beginn der Wirtschaftskrise im Jahr 2007 in Spanien um 20 bis 25% zurückgegangen.

In diesem Jahr wird am meisten bei der Freizeitgestaltung gespart werden, sprich den Restaurantbesuchen oder Weihnachtsfeiern (-7%, insgesamt 99 Euro). Bei den Geschenken und den Lebensmitteln für die Festtage werden sich die Familien jedoch weniger einschränken

(-4% bzw. -3%, insgesamt 301 bzw. 297 Euro).

Prioritäten setzen heißt die Devise

Doch auch bei der Wahl der Geschenke hat sich einiges durch die Krise verändert. So bestimmt in diesem Jahr mehr „der Kopf“ als die Gefühle, und die Heiligen Drei Könige werden vor allem preiswerte Geschenke und Brauchbares bringen.

Zum ersten Mal stehen Geldgeschenke an erster Stelle auf dem Wunschzettel der Erwachsenen, gefolgt von Büchern, Kleidung, Reisen und Computern. Schlussendlich werden die Päckchen vor allem Kleidung, Bücher und Parfums und erst an sechster Stelle Geld enthalten.

Den Kindern werden die „Reyes“ an erster Stelle didaktisches Spielzeug, gefolgt von Kleidung bzw. Schuhen bringen, den Jugendlichen Videospiele, Bücher und ebenfalls Kleidung bzw. Schuhe.

Auch zeichnet sich ein Wandel bei der Einstellung zu Gebrauchtgegenständen ab. Während im vergangenen Jahr nur 13% Geschenke „aus zweiter Hand“ gemacht wurden, sind es in diesem Jahr 61%, die insbesondere teure Tablets oder Smartphones auch gebraucht verschenken würden.

Mit Weihnachtsstimmung das Geschäft beleben

Im Gespräch mit der Zeitung Diario de Avisos schätzte Abbas Moujir, Geschäftsführer der  Vereinigung des innerstädtischen Handels (Fauca), dass jeder Canario durchschnittlich 120 Euro zu Weihnachten ausgeben werde.

Der Vorweihnachtszeit, die mit erstmaligem Anschalten der Weihnachtsbeleuchtung Ende November offiziell eingeleitet wird, blicken die Händler mit Zweifeln und Unsicherheit entgegen. Angesichts leerer Sparstrümpfe, den Steuererhöhungen, der Streichung des Weihnachtsgeldes der Beamten und der Kürzungen der Regierung glaubt man nicht an ein gutes Geschäft.

Moujir bestätigte den Wandel im Kaufverhalten und glaubt ebenfalls,  dass sich die Familien diese Weihnacht mehr von praktischen Überlegungen als von Gefühlen leiten lassen werden. Gerade die Erwachsenen würden vermehrt Geld schenken  bzw. auf das Wichteln innerhalb der Familie setzen, so der Fauca-Geschäftsführer. Nur bei den Geschenken für die Kinder wollten die Canarios noch keine Abstriche machen.

Der Vertreter des innerstädtischen Handels forderte die Gemeinden auf, durch spezielle Kampagnen das Weihnachtsgeschäft zu unterstützen und für verschiedenste Veranstaltungen und Aktivitäten auf der Straße zu sorgen. Die Canarios schlenderten gerne durch die Innenstadt und mit Hilfe weiterer Anreize könnte man die Leute auch zum Shoppen ermutigen. Fällt das Geschäft trotzdem ins Wasser, hofft der Handel auf einen guten Winterschlussverkauf, der nun doch höchstwahrscheinlich am 8. Januar starten soll.




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