Konzertierte Aktion gegen die Termiten-Plage


Gelbfüßige Bodentermiten an einem Stück Kiefernholz: Die Spezies Reticulitermes flavipes gilt als die Termitenart, die weltweit die schwersten Schäden verursacht. Foto: TOM AUSTIN (CC BY-NC)

Kanaren-, Insel- und Kommunalregierungen koordinieren sich und arbeiten gemeinsam an einem Plan zur Ausrottung der invasiven Spezies

Teneriffa – Die Behörden der Insel bereiten eine konzertierte Aktion gegen die Ausbreitung der invasiven, unterirdisch lebenden Termitenart Reticulitermes flavipes vor. Vertreter der Insel- und Kanarenregierung sowie der Stadtverwaltungen von Tacoronte und El Sauzal sind mit dem Zoologieprofessor und Termitenexperten Miguel Gaju Ricart der Universität Córdoba zusammengetroffen und haben begonnen, einen Plan für eine gemeinsame Vorgehensweise gegen die vermutlich um das Jahr 2005 aus Nordamerika eingeschleppte Plage zu erarbeiten. Gaju, der durch die Kanarenregierung hinzugezogen wurde, hat schon früher an der Ausrottung einer ähnlichen Termitenplage in dem cordobesischen Dorf Palenciana mitgewirkt.

In einer weiteren Zusammenkunft mit Vertretern aller Städte und Gemeinden Teneriffas sollen alle Verantwortlichen über die Lage und die zur Verfügung stehenden Methoden, die Anwesenheit der Termiten festzustellen, informiert werden. Außerdem wird das Informationsmaterial zur Aufklärung der Bevölkerung über das Verhalten der Insekten und die Anzeichen ihrer Präsenz in Wohnhäusern vorgestellt. Des Weiteren sind Fortbildungskurse für die Mitarbeiter der zuständigen Behörden, vor allem auf kommunaler Ebene, geplant.

Besondere Aufmerksamkeit verlangt die Entsorgung des durch Termiten befallenen Materials. Die beste Methode ist das Verbrennen, doch da es auf der Insel keine geeignete Anlage gibt, hat die Kanarenregierung eine Anfrage zur Vorgehensweise in diesem Punkt an die spanische Zentralregierung gerichtet. Alternativ sollen Metallcontainer in den betroffenen Wohngebieten aufgestellt werden, in welche die Anwohner das von Termiten beschädigte Material entsorgen können, die dann in hermetisch verschlossenen Transportern zur Müllverbrennungsanlage in Arico gebracht werden. Die notwen- digen Genehmigungen zum Verbrennen des kontaminierten Abfalls sind schon beim Umweltministerium beantragt.

Die Biologen und Schädlingsbekämpfungsunternehmen, die den Fall untersucht haben, sind sich einig darüber, dass die Anwesenheit der Gelbfüßigen Bodentermiten in der Küstenregion Tacoronte und Valle Guerra sowie in einem eng begrenzten Bereich in Arona, nahe der Avenida Las Américas, eindeutig belegt ist. Ungeklärt ist noch, ob sich diese Spezies auch schon in Candelaria und in Puerto de Santiago (Santiago del Teide) eingenistet hat.

Auch in der Abfalldeponie Arico wurde ein möglicher Herd der Plage vermutet, weil dorthin schon seit 2005 befallene Materialien mit der regulären Müllabfuhr gelangt sein könnten. Wie der Umweltrat der Inselregierung, José Antonio Valbuena, bekannt gab, hat sich diese Sorge ersten Untersuchungen zufolge nicht bestätigt.

Nester von 5.000 Quadratmetern

Wie der Zoologe Gaju Ricart erklärte, baut Reticulitermes flavipes keine eng begrenzten Nester im Boden, sondern lebt in einem losen weitverzweigten Netz aus Gängen, die bis zu 5.000 Quadratmeter Fläche einnehmen können. Diese Lebensweise ermöglicht es den Schädlingsbekämpfern, die einzelnen Kolonien von vielen verschiedenen Punkten aus zu erreichen, was die Eliminierung der gesamten Kolonie erleichtert. Deshalb sei es wichtig, die aus lehmartigem Material erbauten Gänge und Tunnel bei Entdeckung nicht zu zerstören, sondern als Zugangspunkte zu erhalten. Es sei entscheidend, die mit Termitizid versetzten Köder, die an diesen Zugängen platziert werden, stets rechtzeitig nachzufüllen, da die Termiten, wenn die eine Nahrungsquelle einmal versiegt ist, nicht an dieselbe Stelle zurückkehren.




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