Kindergärten in Not


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Kein Geld von der Regionalregierung

Die kanarischen Gemeinden sorgen sich derzeit ernsthaft um die Zukunft ihrer öffentlichen Kindergärten, da die Regionalverwaltung die Zahlungen eingestellt hat und das wahrscheinlich dauerhaft.

Laut Güímars Bürgermeister Rafel Yanes prüfen die Rathäuser bereits verschiedene Möglichkeiten, um die Aufrechterhaltung der Kindergärten zu sichern, darunter die Einführung von Gebühren oder die Privatisierung. Finanziell schwache Familien sollen jedoch von den Zahlungen teilweise oder ganz befreit werden. Yanes räumte ein, dass nach Meinung der Gemeindevertreter die Beibehaltung des öffentlichen Charakters der Kindergärten die beste Lösung sei, doch die aktuelle Lage lasse kaum eine Wahl.

Auch der Privatsektor scheint von der Idee der Übernahme durch private Betreiber nicht vollkommen überzeugt. Marina Amador, Präsidentin der Kindergartenvereinigung von Teneriffa (Acinte), gab zu, ohne öffentliche Hilfen sei das Risiko für kleine Privatfirmen einfach zu groß. Sie habe jedoch gehört, dass große Unternehmen des Festlandes Interesse bekundet hätten. Amador fügte hinzu, dass auch die privaten Kindergärten kämpften, denn viele Eltern hätten ihre Arbeit verloren oder Lohnsenkungen hinnehmen müssen und könnten die Gebühren nicht mehr aufbringen bzw. würden sich nun selbst um ihre Kleinen kümmern. Infolgedessen würde auch das Konzept der frühkindlichen Bildung zwischen 0 und 3 Jahren, das heißt, in einer besonders lernfähigen Lebensphase, immer weniger umgesetzt, so Amador.




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