Kanarenregierung plant Sofortmaßnahmen gegen Wartelisten


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Rivero fordert die Flexibilisierung der Defizitvorgaben

Die Kanarenregierung plant eine Reihe von Sofortmaßnahmen, um die unglaublich langen Wartelisten im Gesundheitswesen zu bekämpfen.

Die Durchführung hängt jedoch davon ab, dass die EU Spanien ein größeres Defizit gestattet und die Zentralregierung den Kanaren entsprechende Mittel bewilligt.

Auf eine Frage der sozialistischen Abgeordneten Dolores Padrón, welche die Kanarenregierung aufforderte, trotz Rajoys strengem Sparkurs einfühlsam mit den Tausenden von Personen umzugehen, die auf eine Operation oder einen Facharzttermin warten, ging Kanarenpräsident Paulino Rivero zunächst auf die Ursachen des Problems ein.

Die Wartelisten würden durch die Sparpolitik Madrids, die Unterfinanzierung der autonomen Regionen und die Verringerung der öffentlichen Mittel wegen der Krise immer länger. Dazu komme noch die Überalterung der Bevölkerung. Weiterhin sagte der kanarische Regierungschef, man arbeite an einem Maßnahmenpaket, um die Effizienz des Gesundheitssystems zu steigern und, falls die Defizitvorgaben flexibilisiert würden, werde die Reduzierung der Wartelisten bei der Verwendung dieser Gelder Priorität haben.

Die Wartelisten für Operationen seien im letzten Jahr insgesamt um 9,7% angewachsen, in den letzten sechs Monaten hätten sie sich jedoch um 10% reduziert. Die Facharztlisten seien im Ganzen um 7% angewachsen, in sieben Fachrichtungen jedoch auch kürzer geworden. Dolores Padrón forderte mehr Transparenz bei der Führung der Wartelisten, damit die Patienten nicht in ein „schwarzes Loch“ geraten würden, von dem sie nicht wüssten, wann sie wieder herauskämen.

Man dürfe der Regierungspolitik nicht nachgeben, weil die regierende Partido Popular das Gesundheitswesen privatisieren wolle und die Patienten dabei auf der Strecke bleiben würden.

Das Defizit des kanarischen Gesundheitswesens beläuft sich auf zwei Milliarden Euro, im Jahr 2009 lag es noch bei 1,4 Milliarden. Unter diesen Bedingungen wird es sehr schwer werden, die Problematik der stetig länger werdenden Wartezeiten in den Griff zu bekommen.




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