Kanaren stark vom Klimawandel betroffen


© Moisés Pérez

Steigender Meeresspiegel könnte 40% der Strände verschlingen

Nach Angaben der Umweltschutzorganisation Greenpeace sind die Kanarischen Inseln spanienweit eines der Gebiete, die am meisten unter den Auswirkungen des Klimawandels leiden werden. Wenn die düs­teren Prognosen eintreffen, wird der steigende Meeresspiegel vor allem den Norden der Inseln betreffen. „Der Meeresspiegel könnte infolge des Klimawandels bis zu 35 cm steigen.

Das könnte dazu führen, dass 40% der Strände gänzlich verschwinden”, erklärt die Greenpeace-Küstenbeauftragte María José Caballero dazu. Wissenschaftler warnen schon seit längerem, dass spätestens 2050 sämtliche Infrastrukturen, die sich heute in Küstennähe befinden, genauestens unter Beobachtung gehalten und möglicherweise baulich verändert werden müssen. Gemeint sind hauptsächlich Molen, Wellenbrecher und Häfen, die erhöht werden müssten.

Meerespromenaden und Gebäude in erster Küstenlinie sind ebenfalls stark gefährdet. „Jetzt muss gehandelt werden, sonst ist es zu spät”, warnt Caballero und betont die Notwendigkeit, möglichst schnell die Abhängigkeit von brennbaren Treibstoffen zugunsten alternativer Energien abzubauen.

Die kanarische Regierung hat sich im Rahmen der „Strategie zum Kampf gegen den Klimawandel” vorgenommen, die CO2-Emissionen bereits 2010 um 16,8% zu senken und 2035 um 35,5%. Das soll unter anderem durch die Einführung steuerlicher Vergüns­tigungen für Unternehmen erreicht werden, die am wenigs­ten verschmutzen. Gleichzeitig sollen Sensibilisierungskampagnen dafür sorgen, dass die Einwohner nachhaltigere Lebensgewohnheiten annehmen.




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