Kanaren fordern billigere Festlandsflüge


Die Vergütung der AENA-Gebühren an die Passagiere könnte eine effektive Methode sein

Kanarische Inseln – Rosa Dávila, Leiterin des kanarischen Finanzressorts, hat mitgeteilt, im Rahmen der Verhandlungen um den Staatshaushalt, bei dessen Beschluss die Zentralregierung die Unterstützung der regionalen Regierungspartei Coalición Canaria (CC) benötigt (s.S. 48), diese wolle eine Verbilligung der Festlandsflüge verlangen. Die Regierung in Madrid solle einen Weg finden, die Flüge zwischen den Kanaren und dem spanischen Festland zu verbilligen, ohne dass sich dies auf die Zahl der Frequenzen und der Tickets auswirke, erklärte Dávila.

Die Regionalregierung sei besorgt über die Preise der Flugtickets zum Festland, die trotz des 50%igen Residentenrabatts sehr hoch seien. Die Partei Nueva Canarias (NC) hatte bereits gefordert, diese Strecken als Gemeinwirtschaftliche Leistungen im Personenverkehr zu deklarieren, womit den Airlines eine maximale Preisgrenze vorgeschrieben würde. Dávila erklärte jedoch, dass eine solche Erklärung zunächst von der Europäischen Kommission genehmigt werden müsse und den Wettbewerb einschränke. Was wiederum die Verringerung der Anbieter, der Flüge und der Tickets zur Folge hätte.

Wenige Tage später gab der kanarische Vizepräsident Pablo Rodríguez bekannt, welche konkrete Maßnahme zur Vergünstigung der Festlandsflüge von der Regionalregierung vorgezogen wird: Die Gebühren, die der Flughafenbetreiber AENA für jeden Passagier von den Fluggesellschaften kassiert, sollten den Passagieren vergütet werden.

Die Regionalregierung hatte die möglichen Optionen von dem Experten Germán Blanco prüfen lassen, der in seinem Bericht zu dem Schluss kam, dass bei Erstattung der Gebühren die Ticketpreise für Festlandsflüge um bis zu 12% sinken könnten. Auf einer Pressekonferenz erklärte Blanco, es handele sich um die effektivste Methode, die Preise für die Passagiere zu senken. Würde der Residentenrabatt für Festlandsflüge – wie bei den regionalen Flügen – ebenfalls auf 75% erhöht, würde bei Preisanhebung seitens der Airlines der Rabatt nicht vollständig bei den Verbrauchern ankommen. Nach einer Analyse der gemeinwirtschaftlichen Verkehrsleistungen in der EU  sei er zu dem Schluss gekommen, dass diese Erklärung nicht zwangsweise die Vergünstigung der Ticketpreise nach sich ziehe und somit auch nicht angestrebt werden sollte.




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