„Julián“ ist weniger anfällig für Wurzelfäule


Avocado: gesunde Frucht

Die neue Avocado-Sorte wurde vom kanarischen Agrarforschungsinstitut registriert

Teneriffa – Das kanarische Agrarforschungsinstitut ICIA (Instituto Canario de Investigaciones Agrarias), das dem regionalen Ressort für Landwirtschaft, Viehzucht und Fischerei untersteht, hat eine neue Avocado-Sorte in Europa registrieren lassen, die aus einem Samen einer Antillen-Avocado von La Gomera mit der Bezeichnung SS3 gezogen wurde. Die neue Fruchtsorte wurde in der Datenbank des Gemeinschaftlichen Sortenamts (CPVO) in Angers, Frankreich, unter dem Namen „Julián“ eingetragen.

Bei der neuen Avocado-Sorte konnte eine Toleranz gegenüber dem Pilz Phytophthora cinnamomi nachgewiesen werden, der Avocado-Bäume befällt und eine Wurzelfäule verursacht, die das Sterben des Baums zur Folge hat.

Der Samen, aus dem die neue Sorte entstanden ist, stammt aus der Genbibliothek des Agrarforschungsinstituts, die im Zuge jahrelanger Forschungsarbeit zusammengestellt worden ist.

Die Saatgutbibliothek des ICIA wird sowohl bei Tests eingesetzt, als auch bei der Pflanzenzüchtung und dem Austausch mit anderen Instituten. Sie liefert auch Pflanzen an Baumschulen.

Nun untersuchen die Mitarbeiter des Instituts das agronomische Potenzial der neuen Sorte „Julián“ und weiterer drei Arten, für die beim Sortenamt der Europäischen Union eine Registrierung beantragt wurde. Bei allen vier neu entwickelten Sorten konnte eine Toleranz gegenüber der Wurzelfäule nachgewiesen werden. Erkrankt ein Avocado-Baum daran, wird er meist innerhalb weniger Jahre unproduktiv oder stirbt, weshalb Avocado-Anbauer diesen Pilz fürchten.   

„Grünes Gold“

Der Anbau von Avocado ist in den letzten Jahrzehnten auf den Kanarischen Inseln geradezu explodiert. In nur acht Jahren hat sich die Anbaufläche dieser Frucht um 57,8% vergrößert. Den Angaben des kanarischen Statistikamtes ISTAC zufolge wuchs die Anbaufläche von 815,8 Hektar im Jahr 2007 auf 1.287,4 Hektar im Jahr 2015. La Palma (595,3 ha), Teneriffa (473,4 ha) und Gran Canaria (181,6 ha) haben beim Avocado-Anbau die Nase vorn.

Die Beliebtheit dieser gesunden Frucht, deren Kilopreis je nach Saison bis zu sieben Euro beträgt und die guten Voraussetzungen des kanarischen Klimas für das Gedeihen der Bäume haben dazu geführt, dass vielerorts andere Obstplantagen wie Bananen oder Orangen Platz für Avocado-Bäume machen mussten.

Im Vergleich zu anderen Avocado-Anbaugebieten in Spanien wie Málaga oder Granada befinden sich die Kanarischen Inseln allerdings noch in der Entwicklung. Doch es werden immer mehr kanarische Avocados exportiert.

Die bekanntesten Sorten, die auf den Kanarischen Inseln angebaut werden, sind Hass und Fuerte. Es werden aber auch andere Sorten wie Pinkerton, Reed, Bacon, Lamb Hass und der Antillen-Typ angebaut.




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