Jagd auf grüne Papageien


Die Fallen wurden in den Stadtparks García Sanabria und La Granja aufgestellt. Artgenossen in den Fallen sowie Futter und Wasser sollen die wild lebenden Sittiche anlocken. Foto: ayuntamiento santa cruz de tenerife

In Santa Cruz werden wild lebende Halsbandsittiche eingefangen

Teneriffa – Die Stadt Santa Cruz de Tenerife hat in Zusammenarbeit mit der Stiftung Neotrópico die Bekämpfung der wild lebenden Halsbandsittiche in den Stadtparks intensiviert. Sowohl von der Stadtverwaltung als auch vom Zentrum für exotische Fauna der Stiftung Neotrópico aus wird die Meinung vertreten, dass die grünen Papageien eine Bedrohung für die heimische Flora und Fauna darstellen und ihre weitere Ausbreitung verhindert werden muss. „Wenn sie den Landschaftspark von Anaga erreichen, werden sie ihn zerstören“, lautete eine Aussage.
Deshalb wurden in den beiden Stadtparks La Granja und García Sanabria erneut Fallen aufgestellt, um die größtmögliche Zahl dieser gefiederten Invasoren einzufangen.
Bei der Präsentation der Einfangaktion im Parque La Granja wurde von Stadtrat Florentino Guzmán Plasencia und dem Präsidenten der Neotrópico Stiftung, Jaime de Urioste, betont, dass im Gegensatz zu Madrid, wo zur Ausrottung der Sittichplage die eingefangenen Tiere getötet werden sollen, die in Santa Cruz gefangenen Papageien in die Obhut von Neotrópico gegeben werden. In den neuen Räumlichkeiten der Stiftung in Barranco Grande wurden Volieren gebaut, in denen die Vögel nach der tierärztlichen Untersuchung untergebracht werden. „Zumindest momentan schließen wir derart drastische Maßnahmen wie in Madrid aus. Es stimmt allerdings auch, dass die Population dieser Vögel in der spanischen Hauptstadt enorm gewachsen und zu einer Bedrohung geworden ist. Die Kolonie in Santa Cruz besteht aus circa 100 Exemplaren. Den gefangenen Sittichen wird es in unseren Räumlichkeiten in Barranco Grande gut gehen“, erklärte Jaime de Urioste.
Die Ausbreitung der wild lebenden Halsbandsittiche in Santa Cruz führt Urioste darauf zurück, dass diese kleinen Papageien in den 80er- und 90er-Jahren beliebte Haustiere waren, da es sie günstiger als andere Papageien zu kaufen gab. Viele Tiere wurden von ihren Besitzern absichtlich freigelassen oder entkamen, was zu den wild lebenden Kolonien führte. Heute sind der Handel und die Haltung von Halsbandsittichen verboten.
Parallel zu der Einfangaktion wird in Santa Cruz auch eine Sensiblisierungskampagne durchgeführt, um die Bevölkerung auf die Gefahren des Aussetzens exotischer und gebietsfremder Tierarten aufmerksam zu machen.

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