In Staub gehüllt


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Calima-Warnung auf den Inseln

Eindrucksvoll zeigt das Satellitenbild wie Massen von Sandstaub aus Süd-Marokko und der West-Sahara vom starken Wüstenwind hundert Kilometer über den Atlantik getragen werden und Fuerteventura und Lanzarote einhüllen. Schon kurz nach dem Zeitpunkt dieser Aufnahme war auch Gran Canaria in dichten gelblichen Dunst eingehüllt. Ungewöhnlich schnell erreichte die Calima-Wolke alle Inseln. Die Sicht wurde auf den östlichen Inseln von normalerweise zehn auf eineinhalb bis vier Kilometer eingeschränkt.

Fuerteventura, Lanzarote, Gran Canaria und in geringerem Maße auch westlichen Inseln sind von einer dicken Wolke aus Saharasand heimgesucht worden, die es dem staatlichen Wetterdienst notwendig erscheinen ließ, die Warnstufe Gelb auszurufen.

Starker, trockener Ostwind, der Geschwindigkeiten von über 75 Stundenkilometern erreichte, trug den Sandstaub über das Meer und färbte die Luft über Fuerteventura, Lanzarote und Gran Canaria mit ockergelbem Dunst ein. Auch Teneriffa bekam Ausläufer zu spüren. Vom Flughafen Gando auf Gran Canaria wurde eine Einschränkung der Sicht auf 1.500 Meter gemeldet.

Die Sandwolke brauchte nur 40 Minuten, um die Entfernung zwischen der afrikanischen Westküste und den Inseln zu überwinden. Auch wenn die Calima keine ungewöhnliche Wetterlage darstellt, ist es doch selten, dass sie in so kurzer Zeit so stark an Masse und Geschwindigkeit zunimmt, wie in diesem Fall, und dass deswegen sogar eine Wetterwarnung herausgegeben werden muss.

Die Sensoren des kanarischen Kontroll- und Beobachtungsnetzes der Luftqualität überwachen die Anzahl der Partikel über zehn Mikrogramm Gewicht pro Quadratmeter Luft. Normal ist ein Wert von zwanzig bis dreißig. Auf dem Höhepunkt dieses Wetterphänomens wurden auf Gran Canaria 828 Sandstaubteilchen pro Kubikmeter gemessen.

Calimawetterlagen lösen bei vielen Menschen, ähnlich wie der Föhnwind im Alpenraum, gesundheitliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Migräne und Kreislaufprobleme aus.




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