In den Krankenhäusern besteht ein erheblicher Mangel an Gesundheits- und Krankenpflegern


Es müssten 6.500 Fachkräfte eingestellt werden

Der Verband für Pflegeberufe hat dieser Tage die Ergebnisse des „Berichtes über Gesundheitspersonal in Spanien und der Europäischen Union 2013“ vorgestellt und ist zu dem Schluss gekommen, dass auf den Kanarischen Inseln 6.500 Gesundheits- und Krankenpfleger fehlen.

Der europäische Durchschnitt an Gesundheits- und Krankenpflegern pro hunderttausend Einwohner liegt bei 759, in Spanien bei 527 und auf den Kanaren nur bei 446. Máximo González Jurado, Präsident des Berufsverbandes, erklärte, um auf den europäischen Schnitt zu gelangen, müssten spanienweit 108.000, auf den Kanarischen Inseln 6.500 Gesundheits- und Krankenpfleger eingestellt werden. Jurado monierte, der Trend sei jedoch genau umgekehrt, statt neu einzustellen, würden im öffentlichen Gesundheitssystem vielmehr Entlassungen durchgeführt. Allein im letzten Jahr hätten landesweit 20.000 Beschäftigte ihre Arbeit verloren, 5.000 seien ins Ausland abgewandert.

Ramona Mendoza, Vizesekretärin der Krankenpfleger-Gewerkschaft (Satse) beklagte, die Krise und die Kürzungen hätten die schon schwierige Lage im Gesundheitswesen noch verschlechtert und den Personalmangel in den kritischen Bereich getrieben. Viele Krankenpfleger seien ins Ausland, insbesondere nach Deutschland und nach Großbritannien, abgewandert, wo ihre spanische Ausbildung sehr geschätzt würde. Hierzulande nehme der Mangel jedoch weiter zu und wirke sich verstärkt auf die Gesundheit der Patienten aus.

An Ärzten fehlt es in Spanien und auf den Kanarischen Inseln dagegen nicht. Während der europäische Schnitt bei 338 liegt, kommen in Spanien auf hunderttausend Einwohner 445, auf den Kanaren 400 Mediziner. Mit diesem Schnitt weist Spanien gleich hinter Griechenland und Österreich europaweit die beste Deckung auf.




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