Immobilienpreise auf Höchststand seit 14 Jahren

Die Immobilienpreise steigen unaufhörlich. Foto: Pixabay

Die Immobilienpreise steigen unaufhörlich. Foto: Pixabay

Nicht rentable Bankeinlagen und das Tourismusgeschäft treiben die Preise in die Höhe

Kanarische Inseln – Trotz der durch die Pandemie ausgelösten Wirtschaftskrise sind die Immobilienpreise auf den Kanarischen Inseln stark gestiegen. Sie sind so hoch wie seit Mitte 2007 nicht mehr, als die Finanzkrise noch nicht einmal begonnen hatte. Der Hauptgrund für die hohen Wohnungskosten ist der Mangel an Angeboten. Das heißt, der Mangel an neuen Wohngebäuden und das Fehlen von Sozialwohnungen. Die Bevölkerung des Archipels ist in den letzten zwanzig Jahren um fast eine halbe Million Menschen angewachsen, die Nachfrage ist hoch, das Angebot steigt aber nicht.

Nach Angaben des spanischen Immobilienportals Idealista gehören die Kanarischen Inseln zusammen mit Andalusien, Madrid und der Region Valencia zu den autonomen Regionen, in denen der Wert der Immobilien im letzten Jahr am stärksten gestiegen ist. In diesem Zeitraum stieg der Durchschnittspreis für Immobilien auf den Kanarischen Inseln um 5,2%. Nach dieser beträchtlichen Erhöhung kostet der Kauf eines Hauses auf den Inseln durchschnittlich 1.907 Euro pro Quadratmeter, sodass eine Immobilie mit Hundert Quadratmetern 190.700 Euro kosten würde. Einen Betrag, den sich die meisten Familien in der Region nicht leisten können.

Der Sprecher des Berufsverbands der Immobilienexperten (APEI), Isidro Martín, erklärt, dass es noch andere, nicht so offensichtliche Faktoren gibt, die den Preisanstieg ebenfalls beeinflussen. Einer dieser Faktoren ist die geringe Rentabilität von Bankeinlagen, die bis vor kurzem die bevorzugte Form der Investition war und heute kaum noch einen Euro einbringen. Deshalb haben sich viele dafür entschieden, in Immobilien zu investieren, da diese zwischen 5 und 7% Rendite abwerfen.

Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Preise in die Höhe treibt, ist das Tourismusgeschäft, sowohl die Vermietung als auch der Verkauf. Ein Teil des Angebots ist auf Zweitwohnungen ausgerichtet, insbesondere für Briten und Deutsche. In der Regel handelt es sich dabei um Immobilien in touristischen Gebieten entlang der Küste, was bedeutet, dass ihre Preise höher sind als auf dem normalen Markt.

Schließlich gibt es noch die Ferienvermietung, die nicht nur das Angebot an Langzeitvermietungen verringert, sondern auch verhindert, dass viele der Immobilien zum Kauf angeboten werden. Die Eigentümer machen mehr Gewinn mit den Touristen als mit der Vermietung oder dem Verkauf der Immobilie. Außerdem sind sie sich der Tatsache bewusst, dass die Touristen bald zurückkehren werden.

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