Immigrantenboot erreicht Westküste La Palmas


© EFE

Die Männer gaben an, vor 18 Tagen von Gambia aus aufgebrochen zu sein

Am frühen Morgen des 12. März sichtete ein Fischer ein etwa zwölf Meter langes Cayuco an der Küste von Tijarafe. Das Immigrantenboot, in dem sich zwölf Männer befanden, wurde von einem Seenotrettungsboot der Guardia Civil in den Hafen von Tazacorte gelotst, wo die Immigranten von Bord gingen und in Polizeigewahrsam genommen wurden.

Wie die Guardia Civil bestätigte, handelte es sich um ein Dutzend erwachsener Männer, die alle angaben, aus Gambia zu stammen, wenngleich die Nachrichtenagentur EFE wissen wollte, dass auch Angehörige der Staaten Senegal und Mali unter ihnen waren.

Mitarbeiter des Roten Kreuzes und des kanarischen Gesundheitsdienstes kümmerten sich um die Versorgung der Männer und stellten fest, dass nur zwei von ihnen von den Strapazen der Reise so geschwächt waren, dass sie wegen Dehydrierung ins Krankenhaus eingeliefert werden mussten.

Verwunderung in Tazacorte

Es ist das zweite Mal, dass ein Flüchtlingsboot aus Westafrika den Hafen von Tazacorte erreicht, der an der Westküste dieser zugleich zusammen mit El Hierro westlichsten Insel des kanarischen Archipels liegt. Gerade deshalb herrschte in Tazacorte Verwunderung über den guten Gesundheitszustand der Afrikaner, die angaben, vor 18 Tagen von Gambia aus gestartet zu sein. Zumal im Zeitraum dieser Reise auch schweres Unwetter mit Sturm und Regen über diesem Teil des Atlantiks wütete.

Dennoch wirkten die Männer nach angeblich zweieinhalb Wochen auf See nicht allzu erschöpft, was Zweifel an ihrer Schilderung der Reise aufkommen lässt.

Vor dem Gericht in Santa Cruz de La Palma müssen die Männer nun Rede und Antwort stehen, bevor dort über ihr weiteres Schicksal entschieden wird.

Aller Voraussicht nach werden die „Illegalen“ in eines der beiden Immigrantenheime auf Teneriffa bzw. Gran Canaria überstellt werden, da es auf La Palma keine Einrichtung dieser Art gibt.




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