Im Ruderboot über den Atlantik


Paddy Montgomery und Seamus Crawford vom Zweier-Team „Saddle, Sand & Sea“ aus Großbritannien an der Startlinie des Talisker Whisky Atlantic Challenge. Fotos: Ben Duffy / TALISKER WHISKY ATLANTIC CHALLENGE

Zur Talisker Whisky Atlantic Challenge-Regatta starteten 25 Teams aus 16 Ländern mit dem Ziel Antigua in der Karibik

La Gomera – Am 14. Dezember sind die Teilnehmer der härtesten Ruderregatta der Welt, der Talisker Whisky Atlantic Challenge, von San Sebastián auf der Kolumbusinsel La Gomera aus zur Überquerung des Atlantiks aufgebrochen. Zu der Wettfahrt, die seit 1997 alle ein bis zwei Jahre ausgetragen wird, sind dieses Mal doppelt so viele Teams angetreten wie im letzten Jahr. Insgesamt 25 Rudermannschaften aus sechzehn Ländern, darunter Australien, Finnland, China, Norwegen, Großbritannien und die USA, machten sich auf die 3.000-Seemeilen-Fahrt (rund 5.556 Kilometer) nach Antigua in der Karibik. Die Überquerung dauert zwischen 35 und 90 Tagen. Die Teilnehmer treten in Einer-, Zweier-, Dreier- und Vierer-Teams an.  Viele haben das Ziel, den Rekord von 35 Tagen, den das Team „Latitude 35“ im vergangenen Jahr aufstellte, zu brechen.

Das ägyptische Team verabschiedet sich von Familie und Freunden. Fotos: Ben Duffy / TALISKER WHISKY ATLANTIC CHALLENGE

Die Atlantic Challenge ist eine einzigartige Herausforderung, welche die Teilnehmer an ihre Grenzen bringt. Jeder Ruderer wird täglich rund 8.000 Kilokalorien verbrennen und während der Überfahrt rund 20% seines Körpergewichts verlieren. Die Ruderer sind Wind und Wetter ausgesetzt, vom Tropensturm mit bis zu zwölf Meter hohen Wellen bis hin zu drückender Hitze hält der Atlantik eine große Bandbreite von Widrigkeiten für sie bereit. Gerudert wird immer zwei Stunden im Wechsel mit zwei Stunden Ruhe, so zählt auch Schlafentzug zu den mannigfaltigen Herausforderungen der Überfahrt, ebenso wie die Rationierung der Trinkwasser- und Essensvorräte, die sich die Teilnehmer sparsam einteilen müssen.

Belohnt werden die Ruderer für all diese Entbehrungen mit unvergesslichen Eindrücken. Die unmittelbare Nähe zur Natur und der faszinierenden Lebenswelt des Meeres und die traumhaften Sonnenuntergänge machen die Atlantic Challenge zu einem unvergesslichen Erlebnis.

Racetracker

Auch Landratten können ein wenig an den Abenteuern der Ruderer teilhaben, indem sie den Teams über den „Racetracker“ folgen, der unter der Internet-Adresse www.taliskerwhiskyatlantic challenge.com/2017racetracker zu finden ist und die Route und die aktuelle Position aller Boote anzeigt.

Hohe Ziele

Alle Rudermannschaften verfolgen mit ihrer Teilnahme besondere Ziele. Die „Four Oarsmen“, Schulfreunde aus Großbritannien, wollen dazu beitragen, ein Bewusstsein für psychische Erkrankungen zu schaffen, sammeln dafür Geld und streben einen Wohltätigkeitsrekord an, dem sie mit bisher eingegangenen 250.000 Britischen Pfund schon recht nahegekommen sind.

Die „Rowegians“ aus Norwegen wollen das erste skandinavische Frauen-Team werden, das den Atlantik überquert und dabei noch den Rekord der schnellsten Atlantiküberquerung einer Frauenmannschaft aufstellen.

Zum ersten Mal nimmt auch eine Schweizer Mannschaft an der Regatta teil. Die Ruderer von „Swiss Mocean“ wollen die Disziplin, die für die Überwindung des Atlantiks nötig ist, aus ihrer Erfahrung beim Militär ziehen. Sie sammeln Spenden für Pentru copii abandonati, einer Organisation, die verlassenen Kindern in Rumänien hilft.

Rowing home

Die einzigen Teilnehmer, die nach dem Rennen schnell wieder zu Hause sein werden, sind die Ruderer des „Teams Antigua“, die von der Insel stammen, die das Ziel der Wettfahrt ist. Es ist das zweite Mal, dass eine Mannschaft von der Antilleninsel dabei ist. Eli Fuller  (45) folgt mit seiner Teilnahme im Antigua-Boot dem Beispiel seines Großvaters, der 2015 erfolgreich bei der Atlantic Challenge mitfuhr. Die Ruderer des „Teams Antigua“ setzen bei der Bewältigung der Herausforderung auf ihre Erfahrung als Fischer. Sie nutzen die Regatta zudem, um Spenden für den Schutz der Meere zu sammeln.




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