Hunderte wagen die Fahrt über das Meer


Ein Beamter der Küstenwache hilft im Hafen von Melilla Mi­granten, die im Mittelmeer gerettet wurden, an Land. Foto: EFE

64 Migranten starben beim Schiffbruch eines mit 150 Personen besetzten Bootes vor Mauretanien

Kanarische Inseln – In der ersten Dezemberhälfte wagten wieder Hunderte von Migranten aus Afrika die gefährliche Fahrt über den Atlantik auf die Kanarischen Inseln.
Am 5. Dezember entdeckte die spanische Seenotrettung Salvamento Marítimo südlich von Gran Canaria zwei Migrantenboote in 20 bzw. 190 Kilometern Entfernung von der Insel und brachte sie an Land. Unter den insgesamt 38 Personen waren fünf Minderjährige und zwei Säuglinge. Am 6. Dezember nahm die mauretanische Küstenwache 192 vermutlich aus Gambia stammende Personen fest, die mit einem Boot Richtung Norden, aller Wahrscheinlichkeit zu den Kanaren, unterwegs waren. Am Abend des gleichen Tages kam eine Patera mit 26 Menschen an Bord, bis dahin unentdeckt, am Anleger von Los Abrigos auf Teneriffa an. Siebzehn der Insassen waren Frau­en verschiedenen Alters, darunter eine Schwangere, ein Mädchen unter 16 Jahren und eines von fünf Jahren. Am 8. erreichte ein Boot mit 37 Migranten, 23 Männer, zehn Frauen und vier Minderjährige Gran Tarajal auf Fuerteventura.
Am 12. Dezember entdeckte Salvamento Marítimo drei Kilometer vor Mogán auf Gran Canaria ein Boot mit 48 Migranten, die zum Anleger von Arguineguín gebracht wurden. Einige von ihnen mussten wegen Unterkühlung behandelt werden.

Tragödie vor Mauretanien

Am 5. Dezember ereignete sich in den Gewässern vor Mauretanien ein Schiffbruch, der mindestens 64 Todesopfer forderte. Ein Schiff, das eine Woche zuvor mit 150 bis 180 Menschen an Bord von Gambia kommend die Kanarischen Inseln ansteuern wollte, lief in Küstennähe auf ein Riff und sank. Den 85 Überlebenden, darunter zehn Minderjährige, gelang es, sich schwimmend ans Ufer zu retten.
In dem Schiff befanden sich größtenteils junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren aus Gambia und einige wenige aus dem Senegal. Es reisten auch mindestens fünf Frauen mit, von denen nur zwei überlebten. Ein kleines Mädchen ist ebenfalls unter den Toten.

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