Hinterlasse keine Spuren!


Das Anhäufen von Steinen zu Türmen ist eine Unsitte, die auf Teneriffa zunehmend überhandnimmt, wie hier beim Strand Playa Jardín in Puerto de la Cruz. Foto: moisés pérez

Kampagne gegen Steintürme in der Landschaft

Teneriffa – Die Fundación Telesforo Bravo-Juan Coello in La Orotava hat eine Kampagne gestartet, um die Bevölkerung über die negativen Folgen des sogenannten Steinestapelns aufzuklären. Die Stiftung, die den Namen zweier bekannter kanarischer Naturforscher und Geologen trägt, engagiert sich seit Jahren für die Bewahrung des Naturerbes der Insel, unter anderem mit Aufklärungskampagnen an Schulen.

Diesmal ist das Anliegen der Stiftung die Beendigung der Unsitte des Stapelns von Steinen in der Landschaft. An immer mehr Orten auf Teneriffa begegnet man kleinen und größeren Steintürmen meist an Kiesel-

stränden. Sie werden von der Bevölkerung und von Urlaubern errichtet und dienen einzig und allein dem Zweck, sich in der Natur der Insel mit einem eigenen kleinen Denkmal zu verewigen. Dass sie damit der Natur schaden, wissen die wenigsten.

Über ein in zwei Versionen, einer längeren und einer kürzen für Mobiltelefone, abspielbares Video möchte die Stiftung auf dieses Phänomen und seinen Schaden aufmerksam machen und richtet sich mit der Bitte an die Bevölkerung: „Hinterlasse keine Spuren!“.

Jaime Coello, Vorsitzender der Stiftung, erklärte, dass die Steintürme Auswirkungen auf Umwelt und Landschaft haben und sich ebenso wie die Bemalung von Steinen negativ auswirken. „Wir wollen, dass diese Kampagne alle Inseln erreicht und, wenn möglich, über unsere Grenzen hinausgeht, denn es handelt sich um ein globales Problem“, erklärte Coello. Veränderungen des Landschaftsbilds durch die Anhäufung von Steinen bedeuten für dort angesiedelte Tiere und Pflanzen eine Veränderung ihres Lebensraums. In Küstengebieten wird durch die Steintürme das Abtragen von Sand gefördert.

„Wir von der Stiftung sind, den Thesen von Telesforo Bravo folgend, davon überzeugt, dass es nichts Schöneres als die Natur in ihrer reinen Form gibt, ohne Zusätze, und dass wir jeden Ort, den wir besuchen, besser oder wenigstens so hinterlassen müssen, wie wir ihn vorgefunden haben. Die Natur trägt ihre eigene Schrift, sie braucht unsere nicht“, so Coello.    

Das Video ist mit einem Lied des kanarischen Sängers Fran Baraja untermalt, der in seinem Text auffordert „lasst es sein, Steinhäufchen zu bauen“. Die Botschaft des Videos lautet: „Baue keine Steintürme, denn du veränderst dadurch das Habitat von Tieren und Pflanzen. Hinterlasse keine Spuren.“

La Orotavas Bürgermeister Francisco Linares stellte sich mit der öffentlichen Präsentation der Kampagne ebenfalls hinter die Forderung der Stiftung und lobte deren Engagement.

Das Video kann in einer kürzeren und einer längeren Fassung über die Facebook-Seite der Stiftung, zu finden unter „Fundación Telesforo Bravo Juan Coello“, abgerufen werden.




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