Guardia Civil stationiert Sondereinheit gegen das organisierte Verbrechen auf den Kanaren


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13 Spezialisten sind in der Provinz Teneriffa und 12 auf Gran Canaria im Einsatz

Auch die Kanaren verfügen jetzt in ihren beiden Provinzhauptstädten über Experten zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens, die in die Struktur der Guardia Civil unter der Bezeichnung ECO integriert sind.

Joan Mesquida Ferrando, Generaldirektor der Guardia Civil, stellte kürzlich die Eröffnung dieser Sektion für die Kanarischen Inseln vor, die über 25 Experten verfügen wird. Dreizehn von ihnen werden in der Kommandantur von Santa Cruz de Tenerife stationiert sein, zwölf in Las Palmas de Gran Canaria.

Die ECO – Equipo Contra el Crimen Organisado – wurde im Zusammenhang mit dem Aktionsplan gegen organisiertes Verbrechen PACCO der spanischen Regierung ins Leben gerufen. Ihre Hauptaufgabe ist es, die Bewegungen der Netze organisierter internationaler Verbrecher zu beobachten und zu verfolgen, die versuchen, sich in bestimmten Zonen zu etablieren. Bevorzugt werden Gebiete mit guten Verkehrsverbindungen, also mit Häfen und Flughäfen.

Mit der Stationierung der Spezialeinheit auf den Kanaren werden die Inseln zu einem der sechs strategischen Punkte auf der Karte des spanischen Staatsgebietes. Die Gruppen der ECO, deren wichtigste Charakteristik die hohe Mobilität ist, habe ihre Zentrale, auch als UCO bekannt, in Madrid. Weitere Stützpunkte befinden sich in Alicante mit 25 Beamten; in Pontevedra (15), Málaga (25), Palma de Mallorca (15) und jetzt auf den Kanaren mit weiteren 25 Experten.

Die Beamten der Guardia Civil die der ECO angehören, haben ein weites Betätigungsfeld. Ein Schwerpunkt ist die Überwachung von Gebieten, wo „deliktive Aktivitäten“ vermutet werden. Dabei können sie auch auf die Unterstützung und Logistik anderer Sektionen zählen. Sie untersuchen Dokumente, Informatik-Netze, die Bewegungen verdächtiger Personen etc. Zu ihrem Aufgabenbereich gehört ein weitgefächerter Katalog von Delikten wie Geldwäsche, Transaktionen und Aktivitäten im Zusammenhang mit dem Timesharing, die Verfolgung flüchtiger Straftäter bis hin zur Überführung von Steuerhinterziehern.

Einer der großen Vorteile dieser Spezialeinheiten ist die Koordination zwischen den sechs verschiedenen Standplätzen in Spanien, die Informationen in „Realzeit“ über die Bewegungen und Aktionen bestimmter Delinquenten bzw. ganzer Gruppen weitergeben können.

Präventiv-Charakter

Die Stationierung der ECO auf den Kanarischen Inseln habe ebenso wie an den eingangs genannten Punkten präventiven Charakter, erklärte der Generaldirektor der Guardia Civil bei der Vorstellung in Las Palmas. Es gebe keinerlei Grund, die Bevölkerung zu beunruhigen. In der Provinz Las Palmas befinde sich die organisierte Kriminalität etwa auf mittlerem Niveau in der Provinz Teneriffa sei sie sogar als niedrig zu bezeichnen.

Immigranten-Problem

Nach der offiziellen Vorstellung der Gruppe ECO in Las Palmas de Gran Canaria flog Joan Mesquida nach Teneriffa, wo er in Los Cristianos das Kommissariat und die Beamten besuchte, welche die illegalen Immigranten in Empfang nehmen und registrieren, die dort mit ihren Cayucos tagtäglich anlanden oder aus Seenot gerettet werden müssen. Er dankte seinen Mitarbeitern für ihren enormen Einsatz, den sie Tag und Nacht leisten.




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